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Finanzmarkt: EU grenzt Nahrungsmittelspekulationen ein

Nahrungsmittel sollen künftig ihren Reiz als Spekulationsobjekt verlieren. Eine entsprechende Einigung haben die EU-Staaten erzielt. Auch der Hochfrequenzhandel soll eingeschränkt werden.

Die Europäische Union schränkt Spekulationen mit Nahrungsmitteln und den computergesteuerten Hochfrequenzhandel stark ein. Unterhändler von Mitgliedstaaten und Europaparlament einigten sich am Dienstagabend in Straßburg auf eine Reihe von verschärften Regeln für die Finanzmärkte. Damit sollen Schlupflöcher in den bestehenden Gesetzen geschlossen und das Treiben der Märkte sicherer und transparenter werden.

"Nahrungsmittel- und Rohstoffspekulation werden in Zukunft harte Grenzen gesetzt", sagte der Finanzexperte der Grünen im Europaparlament, Sven Giegold. Zudem würden die "größten Verrücktheiten des Hochfrequenzhandels" beendet. "Preissprünge im Handel müssen eine Mindestgröße haben, was die Rendite des Hochfrequenzhandels stark senken wird." Die für den sekundenschnellen Computerhandel benutzten Algorithmen müssten künftig getestet werden.

Der Einigung, der EU-Staaten und das Europaparlament noch abschließend zustimmen müssen, gingen mehr als zweijährige Verhandlungen voraus. Der für die Finanzmarktregulierung zuständige EU-Kommissar Michel Barnier hatte im Oktober 2011 die Novelle der Finanzmarkt-Richtlinie (Mifid) vorgeschlagen. "Die neuen Regeln werden das Funktionieren der Kapitalmärkte zu Gunsten der realen Wirtschaft verbessern", sagte der Franzose zu der nun erzielten Einigung der Unterhändler.

Auch in Sachen Verbraucherschutz bringt die Einigung Neuerungen. "Die Europäische Wertpapieraufsicht ESMA kann in Zukunft verbraucherschädigende Finanzprodukte verbieten", sagte Giegold. Zudem müssten die versteckten Kosten von Finanzprodukten in einer jährlichen Gebührenrechnung "erstmals wirklich klar in Heller und Pfennig offengelegt werden".

ono/AFP / AFP