Finanzmarktkrise Milliardenverlust bei Citigroup


2,5 Milliarden Dollar Verlust, 6000 Jobs weg: Die Krise hat die weltweit größte Bank, die Citigroup, bereits im dritten Quartal nacheinander erwischt. Experten hatten allerdings mit schlimmeren Zahlen gerechnet.

Die Finanzmarktkrise hat das dritte Quartal in Folge Milliardenlöcher in die Bilanz der größten US-Bank Citigroup gerissen. Das Institut wies für April bis Juni einen Verlust von 2,5 Milliarden Dollar (1,6 Milliarden Euro) aus und strich 6000 Stellen. Im Vorjahreszeitraum hatte die Bank noch 6,23 Milliarden Dollar verdient.

Der Verlust fiel mit 54 Cent je Aktie allerdings geringer aus als von Analysten befürchtet, die mit minus 66 Cent je Anteilsschein gerechnet hatten. Im vorbörslichen Handel legte die Aktie daher um 5,5 Prozent deutlich zu. In den vergangenen Monaten hatte das Papier insgesamt 65 Prozent seines Wertes verloren und war kürzlich auf den niedrigsten Stand seit dem Zusammenschluss von Citicorp und Travelers im Oktober 1998 gesackt.

Citigroup schrieb weitere 7,2 Milliarden Dollar vor Steuern ab. Die Summe war damit kleiner als in den vorangegangenen zwei Quartalen. Die Kreditrisiko-Vorsorge musste das Institut angesichts einer wachsenden Zahl fauler Verbraucher- und Immobilienkredite allerdings deutlich erhöhen. Einschließlich der im zweiten Quartal gestrichenen Stellen werden im Gesamtjahr 11.000 Jobs wegfallen.

Um ihren finanziellen Spielraum zu erhöhen, hatte die Citigroup erst kürzlich den Verkauf ihrer deutschen Tochter Citibank an die französische Crédit Mutuel für knapp 5 Milliarden Euro bekanntgegeben. Die Franzosen hatten dabei die Deutsche Bank im Poker um die auf Verbraucherkredite spezialisierte Citibank ausgestochen.

AP AP

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