FIRMENNEWS Ganz Kamps ist von Barilla besetzt


Ganz Kamps? Nein! Eine kleine Gruppe unbeugsamer Klein-Aktionäre leistet den Eindringlingen erfolgreich Widerstand. Noch - aber wohl nicht mehr lange.

Der weltgrößte Nudelhersteller Barilla hat vielleicht schon bald ganz allein das Sagen bei Europas größtem Bäcker, der Düsseldorfer Kamps AG. Das italienische Familienunternehmen teilte am Montag mit, es habe dank seines Übernahmeangebots bereits am Freitag über mehr als 90 Prozent der Kamps-Aktien verfügt. Und ständig gingen weitere Aktien ein. Die so genannte Squeeze-Out-Schwelle, ab der das Unternehmen die verbliebenen Kleinaktionäre aus dem Konzern herausdrängen kann, scheint damit für Barilla in greifbare Nähe gerückt.

Kleinaktionäre herauskaufen

Das seit Januar geltende neue Übernahmegesetz erlaubt Großaktionären, die mehr als 95 Prozent eines Unternehmens kontrollieren, die restlichen Aktionäre aus dem Unternehmen herauszukaufen. »Darauf könnte es hinauslaufen«, bestätigte eine Pressesprecherin von Barilla am Montag.

Konzernchef Guido Barilla selbst sagte: »Wir sind sehr zuversichtlich, dass die verbleibenden Aktionäre sich jetzt ebenfalls für die Annahme unseres Angebots entscheiden werden.« Schon früher hatte er betont: »Wir sind offen bis zu 100 Prozent.«

Barilla bietet den Kamps-Aktionären 12,50 Euro je Aktie. Das Angebot bewertet das Unternehmen mit 1,8 Milliarden Euro. Das Übernahmeangebot von Barilla gilt nach einer gesetzlich vorgeschriebenen Verlängerung noch für knapp zwei Wochen.

Widerstand aufgegeben

Das neue Teigwaren-Imperium wird mit 23.000 Mitarbeitern einen Umsatz von mehr als vier Milliarden Euro machen. Barilla hatte im April den Düsseldorfer Großbäcker mit seinem Übernahmeangebot überrascht. Nach anfänglichem Widerstand hatte Unternehmensgründer und Firmenchef Heiner Kamps aber schließlich auf einem Abwehrkampf verzichtet und auf der jüngsten Hauptversammlung persönlich die Annahme der Offerte empfohlen.


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