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ÜBERNAHME: Backe, backe Nudeln ...

Der weltgrößte Nudelhersteller Barilla wird nun doch Europas größten Bäcker, die Düsseldorfer Kamps AG, schlucken.

Geht es nach den beiden Konzernen, backt endlich zusammen, was zusammen gehört. Der weltgrößte Nudelhersteller Barilla wird nun doch Europas größten Bäcker, die Düsseldorfer Kamps AG, schlucken. Nach einer Woche Tauziehen hinter den Kulissen einigten sich die beiden Unternehmen in der Nacht zum Dienstag auf die Kernpunkte einer freundlichen Übernahme. Danach wird Barilla den Angebotspreis von 12 Euro auf 12,50 Euro je Aktie erhöhen. Außerdem verständigten sich die Vorstände darauf, dass Kamps als selbstständiges Unternehmen mit dem bisherigen Management unter dem Dach von Barilla erhalten bleibt.

Keine Übernahmeschlacht

»Es wird weder Stilllegungen noch den Verkauf von Betriebsteilen geben«, betonte Kamps-Gründer und Vorstandschef Heiner Kamps. Der Unternehmenschef zeigte sich überzeugt, dass eine Mehrheit der Kamps-Aktionäre das Angebot von Barilla annehmen werde. Dies ergebe sich aus seinen Gesprächen mit Großaktionären und institutionellen Anlegern, die den größten Teil der Kamps-Aktien halten. »Sie haben angekündigt, dass sie bereit sind zu verkaufen«, sagte Kamps. Auch deshalb habe er es nicht auf eine Übernahmeschlacht ankommen lassen.

Logik des Zusammenschlusses»

Kamps betonte, das nachgebesserte Angebot biete den Aktionären einen »guten Preis«. Das Angebot von Barilla bewerte das Unternehmen mit 1,8 Milliarden Euro und liege damit deutlich über vergleichbaren Bewertungen in der Branche. Gleichzeitig werde die Zukunft von Kamps langfristig gesichert. Denn beide Unternehmen passten operativ und strategisch hervorragend zusammen. »Die Logik des Zusammenschlusses könnte nicht stärker sein«, sagte Kamps.

Expansion wie geplant

Die Kamps AG wird nach den Worten ihres Begründers unter dem alten Namen weiter bestehen. Er selbst werde Vorstandsvorsitzender bleiben. Auch die Auslandsexpansion, vor allem die vollständige Übernahme des französischen Backriesen »Harry's«, werde wie geplant fortgesetzt.

»Fantastische Chance«

Der Chef des italienischen Nudelimperiums, Guido Barilla, wertete die Übernahme als »fantastische Chance« für Barilla und Kamps. »Ich bin glücklich, dass es zu dieser Vereinbarung gekommen ist.« Durch die Übernahme werde die Position von Barilla im europäischen Markt für Backwaren detulich gestärkt. Er kündigte an, Barilla werde so viele Aktien von Kamps erwerben wie möglich. »Wir sind offen bis zu 100 Prozent.«

Das Übernahmeangebot soll Mitte Mai vorgelegt werden. Sechs Wochen später könne die Transaktion dann abgeschlossen sein, meinte Barilla.

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