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Prognose des Arbeitsagentur-Chefs : Bringen die Flüchtlinge ein Wirtschaftswunder oder Massenarbeitslosigkeit?

Der Chef der Bundesagentur für Arbeit warnt, dass mit den Flüchtlingen die Zahl der Arbeitslosen spürbar steigen wird. Langfristig macht er aber Hoffnung.

Flüchtlinge als Fachkräfte? Die deutsche Wirtschaft erhofft sich einen Schub

Flüchtlinge als Fachkräfte? Die deutsche Wirtschaft erhofft sich einen Schub

Tag für Tag erreichen Tausende Flüchtlinge Deutschland. Derzeit liegt der Fokus auf humanitärer Nothilfe, aber auch auf dem Arbeitsmarkt werden die Konsequenzen schon bald zu spüren sein. Denn die meisten, die kommen, werden bleiben und sich hier eine neue Existenz aufbauen. Das bedeutet einerseits ein riesiges Potenzial an neuen Arbeitskräften, die Deutschland voranbringen können. Daimler-Chef Dieter Zetsche spricht bereits von der "Grundlage für das nächste deutsche Wirtschaftswunder". Andererseits ist die Integration der Neuankömmlinge auch eine immense Herausforderung.

Nicht ganz so euphorisch bewertet dementsprechend Frank-Jürgen Weise, Chef der Bundesagentur für Arbeit, die Lage. "Die Ankunft von Hunderttausenden ist zunächst einmal eine Belastung für den Arbeitsmarkt", sagte Weise der "FAZ". Wenn die Zahl der Flüchtlinge so hoch bleibe wie derzeit, rechne er mit spürbar steigender Arbeitslosigkeit schon 2016. In diesem Jahr tauchen die meisten Neuankömmlinge noch nicht in der Statistik auf, weil sie erst einmal registriert werden und eine Arbeitserlaubnis erhalten müssen.

Flüchtlinge zu Fachkräften?

Viele deutsche Unternehmen suchen zwar händeringend nach Fachkräften. Viele Flüchtlinge sind allerdings nur gering qualifiziert. Die Arbeitsagentur schätzt, dass mehr als die Hälfte keine abgeschlossene Berufsausbildung haben. 15 bis 25 Prozent besitzen einen Hochschulabschluss. Alle Abschlüsse müssen zudem in Deutschland noch formal anerkannt werden. Ein weiteres Problem sind mangelnde Deutschkenntnisse. Laut BA-Chef Weise sprechen viele Ankömmlinge nur rudimentär Englisch oder Französisch. 

Um die Flüchtlinge auf dem Arbeitsmarkt integrieren zu können, sind laut Weise rund 3000 zusätzliche Mitarbeiter in den Agenturen und Jobcentern nötig. Der BA-Chef forderte zudem schnellere Aufnahmeverfahren. Langfristig seien die Asylbewerber für die deutsche Wirtschaft eine "große Bereicherung", sagte Weise der "FAZ". Mit ihrer Hilfe könne es gelingen, die negativen Folgen des demographischen Wandels abzufedern.




bak