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Nach Schlammschlacht: Aus und vorbei: Frank Thelen und Von-Floerke-Gründer gehen offiziell getrennte Wege

Die Schlammschlacht zwischen dem Investor Frank Thelen und dem Von-Floerke-Gründer David Schirrmacher hatte für mediale Wellen gesorgt. Nun ist Schluss damit: Die beiden haben sich geschäftlich getrennt. 

Frank Thelen ist nicht mehr Investor bei Von Floerke

Frank Thelen ist nicht mehr Investor bei dem Start-up "Von Floerke" des Von-Floerke-Gründers David Schirrmacher.

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Es ist aus und vorbei: Nach einer mehrmonatigen Schlammschlacht zwischen dem "DHDL"-Investor Frank Thelen und dem Start-up-Gründer David Schirrmacher gehen die beiden Unternehmer nun offiziell getrennte Wege. Dies bestätigten beiden Seiten dem stern. Frank Thelen habe sich von seinen Anteilen an dem Unternehmen getrennt, so Schirrmacher. Thelen hielt 17 Prozent an dem Start-up, seit er 2015 im Zuge der Vox-Sendung "Die Höhle der Löwen" dort eingestiegen war.

"Wir haben am vergangenen Donnerstag unsere Von-Floerke-Beteiligung zu 100 Prozent an unseren Mitgesellschafter Nic Mewes, dem Gründer von MyTaxi, für einen symbolischen Euro übertragen", so Thelen. Damit endet für die Unternehmer ein Kapitel, dass sie wohl beide lieber schnell vergessen würden.

+++ Lesen Sie hier: Wie es zur Schlammschlachten zwischen Frank Thelen und Dirk Schirrmacher kommen konnte +++

Zunächst ging es nach der Vox-Sendung bergauf für Von Floerke. Das Unternehmen, das Einstecktücher und Krawatten verkauft, legte gut los und wuchs rasant. Dann kam es zum Bruch zwischen dem Investor und dem Gründer. Laut Frank Thelen war Schirrmachers Entscheidung, auch Alkohol im Shop zu verkaufen, der Startschuss für den Ärger.

Schirrmacher selbst sieht das anders: "Zum Bruch kam es, nachdem Frank Thelen meine Eltern anrief: 'Nehmt mein Foto herunter oder ich schicke Euren Sohn in die Privatinsolvenz' war seine Drohung", so Schirrmacher zum stern. Darüber hinaus habe Thelen gedroht, den Webshop von Schirrmacher löschen zu lassen. "Danach war für mich das Tuch zerschnitten", so der Von-Floerke-Gründer. 

Dicke Luft zwischen Thelen und Schirrmacher

Klar war: Seit Herbst 2018 herrschte dicke Luft zwischen den Unternehmern. Schirrmacher geriet in Lieferschwierigkeiten, die Staatsanwaltschaft ermittelt. Die Idee des Unternehmers, sich aus der schwierigen Situation zu befreien: Guerilla-Marketing. Abends veranstaltet Schirrmacher nun über den Facebook-Kanal von Von Floerke Video-Events, bei denen er meist ein bisschen zu viel trinkt und seine Investoren beschimpft. Ob sich das lohnt? "Sehr. Marketing auf dem Rücken von Herrn Thelen trifft einen Nerv, der die Leute zum Kaufen animiert", so Schirrmacher zum stern. Thelen fand die Schmähungen erwartungsgemäß nicht witzig und ging juristisch dagegen vor. 

Nun ist das Investorenverhältnis zu Ende. Thelen zeigt sich enttäuscht: "Die letzten Monate haben gezeigt, dass eine konstruktive und vertrauensvolle Arbeit mit David Schirrmacher nicht mehr möglich ist. Wir distanzieren uns von Frauenfeindlichkeit und Aufrufen zu Mobbing. Ein Geschäftsmodell, das billigen Alkohol vertreibt und betrunkene Live-Videos mit obskurem Verhalten als Marketingstrategie benutzt, passt nicht zu Freigeist." 

Und Schirrmacher? Der sieht sein Unternehmen auf einem guten Weg. "Wir haben mit allen beteiligten Kreditinstituten und 126 Gläubigern eine Einigung gefunden. Wir erstellen derzeit eine Finanzplanung für Kapilendo, um auch mit diesen Gläubigern eine Einigung zu finden. Danach ist die Firma saniert", so Schirrmacher. Und tritt dann noch einmal nach: "Ich möchte keine Geldgeber mehr in meiner Firma, die die Firma ziellos nur auf Umsatz trimmen." 

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