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General-Motors-Krise: Saab steht vor der Pleite

In Deutschland wird diskutiert, die GM-Tochter Opel mit Staatshilfen zu retten. In Schweden sieht die Regierung nicht ein, General Motors unter die Arme zu greifen. Das GM-Tochterunternehmen Saab steht daher vor der Pleite. Es wird sogar schon über Alternativen für den Standort Trollhättan diskutiert.

Der zu General Motors gehörende schwedische Autobauer Saab steht vor dem Aus. Wie Medien in Stockholm übereinstimmend berichten, will der Aufsichtsrat des seit geraumer Zeit Verluste schreibenden Unternehmens noch am heutigen Donnerstag auf einer außerordentlichen Sitzung einen Insolvenzantrag beschließen. Die Produktion mit insgesamt 4500 Beschäftigten solle unter einem Insolvenzverwalter vorerst weiterlaufen.

Wirtschaftsministerin Maud Olofsson bestätigte im schwedischen Rundfunk die ablehnende Haltung der Regierung in Stockholm zu Hilfen für den akut angeschlagenen Mutterkonzern GM. Sie warf General Motors vor, sich seiner Verantwortung als Eigentümer zu entziehen und völlig unrealistische Vorstellung über staatliche Hilfen zu haben. Ähnlich wie in Deutschland im Fall Opel hatte das US-Unternehmen auch in Schweden um staatliche Hilfe gebeten, ohne konkrete Konzepte für die Zukunft der Tochter vorzulegen. Saab steht bereits seit dem vergangenen Jahr zum Verkauf.

Eine langfristige Fortsetzung der Autoproduktion am Saab-Standort Trollhättan bei Göteborg sehen schwedische Beobachter übereinstimmend als unwahrscheinlich an. Olofsson sagte, die Regierung könne sich "sehr gut" eine andere industrielle Produktion vorstellen - etwa für Windkraftanlagen. Vom endgültigen Aus für Schwedens zweitgrößten Autohersteller nach Volvo wären unter Einschluss von Zulieferern bis zu 30.000 Mitarbeiter betroffen.

DPA/Reuters / DPA / Reuters
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