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General Motors: Neue Perspektive für Bochumer Opel-Werk

Die Opel-Führung hat auf der Betriebsversammlung des Bochumer Werks angeboten, mit dem Bau des Astra Fünf-Türers den Standort bis 2010 auszulasten. Im Gegenzug wurden harte Einschnitte bei der Belegschaft gefordert.

Die Chancen auf eine langfristige Sicherung des Bochumer Opel-Werks sind deutlich gestiegen. Opel-Aufsichtsratschef Carl-Peter Forster bot am Freitag auf einer Betriebsversammlung in der Essener Gruga-Halle an, den Astra Fünf-Türer künftig auch in Bochum bauen zu lassen. Damit wäre das Werk voraussichtlich bis 2010 ausgelastet.

Zugeständnisse gefordert

Nach Angaben aus Unternehmenskreisen könnte die Produktion des Astra Fünf-Türers 2005 oder 2006 in Bochum anlaufen. Bedingung sind für die Opel-Unternehmensleitung allerdings Zugeständnisse bei Arbeitszeiten und Löhnen. Der Bau eines zusätzlichen Modells hätte voraussichtlich keinen Einfluss auf den geplanten Abbau von rund 3600 Stellen in Bochum, da nach Einschätzung der Unternehmensführung die Montage von drei Modellen mit einer Produktionslinie zu bewältigen wäre.

"Wir müssen das Werk gemeinsam wettbewerbsfähig machen", sagte Forster. Der Wettbewerb um die höchste Produktivität, die beste Qualität und die Verbesserung der Lohnstückkosten müsse von den Mitarbeitern als Herausforderung und Chance begriffen werden. Bochum baut derzeit den Opel Zafira sowie den Astra Caravan. Dagegen wird die fünftürige Astraversion bislang ausschließlich im belgischen Antwerpen gefertigt.

Konkurrenzfähigkeit stärken

Der Aufsichtsratschef verwies auf die Werke von Opel und dem Mutterkonzern General Motors in Antwerpen, dem britischen Ellesmere Port sowie in Eisenach. Gegenüber diesen westeuropäischen Werken müsse Bochum konkurrenzfähig werden. Dazu müssten die Weichen jetzt gestellt werden, sagte Forster. Unternehmensleitung und Betriebsrat verhandeln noch immer über die künftige Gestaltung der Einkommen der Opel-Mitarbeiter, deren Einkommen derzeit rund 20 Prozent über dem Niveau des Metalltarifvertrages liegen.

Auf der Betriebsversammlung ging es auch um die vom Konzern angebotenen Abfindungsverträge, mit denen ein Großteil des Stellenabbaus erreicht werden soll. Einen entsprechenden Vertrag hätten bislang rund 800 Opelaner des Bochumer Werkes unterschrieben, hieß es in Essen. Opel strebt in Bochum insgesamt rund 2900 solcher Abfindungsverträge an. Gegen Mittag wollten Firmenleitung und Betriebsrat auf einer Pressekonferenz über die Ergebnis der Belegschaftsversammlung informieren.

AP / AP