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Gerhard Schmid: Mobilcom-Gründer vor Gericht

Der frühere Mobilcom-Chef Gerhard Schmid steht in Kiel wegen Bankrottverdachts vor Gericht. Schmid soll 2002 Geld ins Ausland verschoben haben, obwohl eine Bank das pfänden wollte. Später meldete Schmid Privatinsolvenz an.

Der frühere Milliardär und Mobilcom-Gründer Gerhard Schmid muss sich ab (dem heutigen) Mittwoch (09.00 Uhr) wegen eines umstrittenen Millionengeschäftes vor dem Landgericht Kiel verantworten. Wie die Staatsanwaltschaft Kiel mitteilte, wird gegen ihn an zwei Tagen wegen Verdachts auf ein Bankrotthandlung verhandelt. Schmid wird vorgeworfen, dass er Firmenanteile aus einem Immobilienprojekt an eine Gesellschaft in Liechtenstein veräußert haben soll, obwohl die Landesbank Sachsen die Anteile pfänden wollte.

Firmenanteile nach Liechtenstein verschoben

Schmid hatte bei der Landesbank Schulden von 102 Millionen Euro aus einem Kredit. Auf Grund der Übertragung blieb eine Pfändung dieser Gesellschaftsanteile durch die Bank erfolglos. Schmid soll die Anteile erst verschoben haben, nachdem die Landesbank vor Gericht eine Zahlungsverpflichtung gegen ihn durchgesetzt hatte. Nach einem Bericht der "Süddeutschen Zeitung" soll der Manager das Geld aus dem Bankdarlehen nicht für das Immobilienprojekt, sondern für Aktienkäufe eingesetzt haben.

Schmid hatte Mobilcom 1991 gegründet und zu einem erfolgreichen Mobilfunkunternehmen ausgebaut. Er verhob sich aber mit dem Einstieg in das UMTS-Geschäft und wurde im Juni 2002 als Vorstandschef abgesetzt. Schmidt hatte zuvor einen Streit mit Mobilcom-Mitbesitzer France Telecom über die Geschwindigkeit des UMTS-Aufbaus. Am Ende war er unterlegen und musste als Firmenchef gehen. 2003 meldete er Privatinsolvenz an. Das Immobilienprojekt in Kiel ist inzwischen fast fertig. Es umfasst Büroräume und Wohnungen und gehört vor allem Schmids vermögender Ehefrau.

AP/DPA / AP / DPA