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Teure Abofallen: Mindestens 41.000 Kunden betroffen: Warentest warnt vor fehlerhaften Mobilfunk-Rechnungen

Tausende Mobilfunk-Kunden erhielten von ihren Anbietern zu hohe Rechnungen. Der Grund sind unberechtigte Forderungen von Drittanbietern, berichtet Warentest. Und verrät, wie Betroffene ihr Geld wiederbekommen.

Falsche Drittanbieter-Abrechnungen fallen erst bei genauer Betrachtung auf (Symbolbild)

Falsche Drittanbieter-Abrechnungen fallen erst bei genauer Betrachtung auf (Symbolbild)

Getty Images

Wenn plötzlich die Mobilfunkrechnung höher ist, kann das viele Gründe haben. Ein besonders häufiger sind Abbuchungen von Drittanbietern, etwa für den Abruf bestimmter Inhalte oder ein Abo. Doch viele dieser Abbuchungen erfolgen unberechtigt, warnt Stiftung Warentest. Jetzt wurde ein besonders krasser Fall bekannt: 41.000 Kunden erhielten Rechnungen mit fehlerhaften Drittanbieter-Abbuchungen.

Betroffen seien Kunden von Vodafone, Mobilcom Debitel und Klarmobil, erklärt Stiftung Warentest in der neuen Ausgabe von "Finanztest". Sie erhielten demnach Mobilfunk-Rechnungen, laut denen die Firma Infin ihnen Drittanbieterdienste in Rechnung stellte - ohne dass die Kunden diese gebucht hätten. Was genau sie gebucht haben sollen, ging aus der Rechnung nicht hervor.

Doch das war nur der Anfang. Wandten sich die Kunden wegen des unberechtigten Eintrags an den Anbieter Infin, wurden sie dort abgeblockt. Die Firma habe weder Dienstleistungen geleistet, noch in Rechnung gestellt - und auch kein Geld erhalten, erklärte sie. Tatsächlich war auf den Rechnungen der falsche Anbieter gelistet, fand Warentest heraus. 

Hohe Kosten

Bis zu drei Monate lang wurden die falschen Rechnungen verschickt, ergaben die Recherchen von Warentest. Einzelnen Kunden sollen so bis zu 60 Euro an Mehrkosten entstanden sein. Die Anbieter fühlten sich zunächst nicht verantwortlich: Bei Beschwerden über Drittanbieterdienste verweisen sie in der Regel auf den Drittanbieter. Da es sich aber um den falschen handelte, konnten die Kunden keinen wirksamen Widerspruch einlegen.

Auch die Bundesnetzagentur konnte das Problem nicht lösen. Die Behörde wusste dem Bericht zufolge zwar seit Juni von den Vorfällen, beschäftigte sich aber nur damit, dass die Beschwerden beim falschen Anbieter aufliefen. Ob die Abrechnungen berechtigt waren oder nicht, wurde nicht geprüft.

Auf Beschwerde der Warentester bekamen viele der Betroffenen das Geld zurück. Die Experten empfehlen daher, die eigene Rechnung zu prüfen und das Geld von seinem Mobilfunkanbieter zurückzufordern. Dazu bieten sie auch einen Musterbrief an.

Zahl der Betroffenen unklar

Wie viele Kunden genau betroffen sind, ist unklar. Die Zahl der 41.000 Betroffenen erhielt Warentest von der Bundesnetzagentur, die sich allerdings auf Zahlen von Vodafone bezieht. Die anderen Anbieter hätten demnach keine zuverlässigen Zahlen zu den Beschwerden liefern können, so die Behörde. Auf Anfrage der Stiftung selbst hätten die Provider nur ausweichend reagiert.

Unberechtigte Drittanbieter-Forderungen sind ein immer wieder auftauchendes Problem. Da die Provider an den Abrechnungen ebenfalls verdienen, haben sie wenig Anreiz, ihre Kunden zu schützen. Will man die Dienste nicht nutzen, empfiehlt es sich daher, sie ganz zu sperren. Eine Anleitung dazu finden Sie hier.

Quelle: Finanztest