GERICHT Ex-Mannesmann-Chef klagt auf Schmerzensgeld


Der wegen millionenschwerer Abfindungszahlungen ins Gerede gekommene Manager will Schadensersatz wegen Rufschädigung durch die Staatsanwaltschaft.

Der wegen millionenschwerer Abfindungs-Zahlungen ins Gerede gekommene ehemalige Mannesmann-Vorstandschef Klaus Esser geht gerichtlich gegen die ermittelnden Staatsanwälte vor. Beim Düsseldorfer Landgericht ging eine 235-seitige Amtshaftungsklage Essers gegen das Land Nordrhein-Westfalen als Dienstherr der Ermittler ein, wie Gerichtssprecher Rainer Drees am Mittwoch sagte. Darin wirft der Manager den Staatsanwälten Amtspflicht-Verletzungen und Rufschädigung vor. Esser verlangt laut Gericht 100.000 Euro Schadenersatz und Schmerzensgeld in Höhe von mindestens 100.000 Euro.

Ermittlungen wegen Untreue bei Übernahme

Über die mögliche Eröffnung eines Zivilverfahrens vor dem Landgericht ist noch nicht entschieden, sagte Drees weiter. Die für Wirtschaftssachen zuständige Staatsanwältin Simone Kämpfer sagte in Düsseldorf, ihre Behörde hätte mit der Klage Essers »zuerst mal nichts zu tun«. Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Esser, IG-Metall-Chef Klaus Zwickel, Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann und weitere frühere Manager und Aufsichtsräte wegen Untreue bei der Übernahme von Mannesmann durch die britische Vodafone. Allen Beschuldigten droht eine entsprechende Anklage wegen Untreue zu Lasten der Aktionäre.

Esser: »Habe mich korrekt verhalten«

Bereits am vergangenen Wochenende hatte Ex-Konzernchef Esser, der rund 60 Millionen Mark Abfindung erhalten haben soll, die Ermittler aufgefordert, das Verfahren einzustellen. Er habe sich damals korrekt verhalten; an der Höhe seiner Abfindung könne er nichts Unanständiges erkennen.


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