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25 Jahre Handy: Auf ewig verbunden

Mit einem Motorola-Handy von Größe und Gewicht eines Vollkornbrots begann vor 25 Jahren die Ära des Mobilfunks. Seine gesellschaftlichen Folgen sind vielfältig. stern.de hat die fiktive Familie Hildebrand durch Jahrzehnte Mobilfunkgeschichte begleitet - stellvertretend für uns alle.

Von Ralf Sander

Jürgen Hildebrand wird sein erstes Telefonat mit einem Handy nie vergessen. Es klingelt, und er hebt das Mobiltelefon von Motorola ans Ohr. Wie leicht es ist. Und wie klein. Nur 800 Gramm wiegt es, fast so viel wie eine Wasserflasche. Es ist zwar 33 Zentimeter lang, aber nur 8,9 Zentimeter hoch und 4,5 Zentimeter breit. Und ganz ohne Kabel. Wahnsinn. Kein Vergleich mit dem schweren Koffer, den ihm sein Onkel als Junge mal gezeigt hatte. Onkel Manfred gehörte zu den wenigen Menschen in der Bundesrepublik, die über ein Autotelefon verfügten. Es waren rund 16.000. Einmal, in den 70ern, durfte Jürgen damit telefonieren. Ehrfürchtig wählte Jürgen die Nummer: "Mama, ich fahre gerade im Auto". Der 14-Jährige sog alles auf, was er über mobile Telefone erfahren konnte. Dass er das so genannte B-Netz genutzt hatte, welches im Gegensatz zum alten A-Netz ganz ohne Fräuleins vom Amt auskam. Dass man für den Preis eines Autotelefons (zwischen 8000 und 15.000 D-Mark) auch ein Auto bekommen hätte. Nach diesem Erlebnis träumte er davon, überall telefonieren zu können.

Wir alle sind Herr Hildebrand

Dieser Jürgen Hildebrand existiert nicht. Er ist eine fiktive Person. Begleiten wir ihn durch die Jahrzehnte der Mobilfunkgeschichte bis heute. Hildebrand und seine Familie werden stellvertretend für uns die alltäglichen und kulturellen Folgen des Handys spüren.

Teurer Riese

Zurück ins Jahr 1983. Als Jürgen Hildebrand während einer Studentenreise in die USA Motorolas erstes Handy in Händen hält, spürt er, dass Telefonieren an jedem beliebigen Ort Realität werden kann. Ihm ist klar: Im Alltag würde der "Stiefel", wie er intern beim Hersteller genannt wird, nicht bestehen. Die Anschaffungskosten des Dynatac 8000X von knapp 4000 Dollar sind zu hoch, und der Akku hält auch nur 30 Minuten. Doch einmal mit dem Gerät zu telefonieren, ist für Jürgen wie ein Blick in die Zukunft. Eine Zukunft, die das Dynatac nicht erleben wird, es verschwindet schnell wieder vom Markt. Immerhin: Innerhalb eines Jahres verkauft sich der Riese 300.000 Mal.

Bis Jürgen endlich selbst mobil telefonieren kann, vergehen mehr als zehn Jahre. In Deutschland gibt es zwar das analoge C-Netz mit 800.000 Nutzern, sein Arbeitgeber, die Deutsche Bank, spendiert ihm ein Telefon für 8600 D-Mark allerdings nicht. Und für einen normalen Angestellten sind die Geräte und Tarife unerschwinglich. Jürgens Frau Stefanie versteht seine Begeisterung sowieso nicht.

Seine Erlösung heißt Global System for Mobile Communications (GSM). 1992 starten auf der Basis dieser Technologie in Deutschland zwei digitale Mobilfunknetze den Regelbetrieb. Mit D1 (Telekom) und D2 (Mannesmann) gibt es erstmals sogar Wettbewerb auf dem Telefonmarkt. Später folgen mit dem E-Netz ein weiteres digitales Netz und weitere Anbieter. Die Preise fallen, die Telefone schrumpfen. 1994 kann sich Jürgen endlich sein erstes Handy leisten, ein Siemens S1 von der Größe zweier aufeinander gelegter Knäckebrotscheiben. Dazu ein Zwei-Jahres-Vertrag bei der Telekom. Grundgebühr: 70 Mark monatlich. Seine Frau Stefanie will kein Mobiltelefon. Ihr Argument: "Du hast doch eines."

Jürgen ist glücklich, obwohl er selten angerufen wird - "zu teuer". SMS schreibt er wenige. Bei rund 2,5 Millionen Handynutzern im Land (1994) ist nicht unbedingt jemand dabei, den man kennt. Nur beim Telefonieren muss er sich zusammenreißen, schließlich sind die Gebühren mit durchschnittlich 1,20 Mark pro Minute recht happig. "Vertelefoniere nicht das Essen deiner Kinder", pflegt Stefanie zu sagen. Jürgen bleibt vernünftig, trotz vieler verlockender Neuheiten auf dem Handymarkt. Brav kauft er alle zwei Jahre ein subventioniertes Telefon, das es zur Vertragsverlängerung dazu gibt.

Blut sagt mehr als tausend Worte

In seiner der Familie ist Jürgen immer noch der einzige mit einem Mobiltelefon, doch der Rest des Landes holt rasant auf. 1998 haben bereits 14 Millionen Deutsche einen Handyvertrag. Und dann, auf einen Schlag, sind die Hildebrands auch dabei. Was ihm mit jahrelangen Umschmeichelungen nicht gelungen ist, schafft Jürgen mit einem Mountainbike-Unfall. Sowohl den Rettungsdienst als auch seine Frau informiert er über sein Handy, das er überall bei sich trägt.

Auf der nächsten Seite lesen Sie, wie Jürgen Hildebrands Handyeuphorie die ersten Dämpfer erhält und er eine unerwartete Entscheidung trifft.

Der Familienrat beschließt: Handys für die Hildebrands. Der Sicherheit wegen. Die Kinder Sofie und Anna bekommen Prepaid-Handys, damit die Eltern die Kosten mithilfe der Guthabenkarten kontrollieren können. Auch Jürgens Frau, seine Eltern und die Schwiegereltern geben ihren Widerstand auf. Die Senioren arrangieren sich schnell mit der neuen Technik. Sie fühlen sich sicherer, "falls mal was passiert". Eine Marotte wird Jürgen ihnen bis heute nicht austreiben: Sie haben ihre Handys ausgeschaltet, solange sie nicht selbst jemanden anrufen möchten.

Das Leben ändert sich

Das 21. Jahrhundert beginnt. Allein im Jahr 2000 steigt die Zahl der Handyverträge in Deutschland von 23 auf 48 Millionen. Für alle Hildebrands ist das Mobiltelefon inzwischen ein selbstverständlicher Teil ihres Lebens. Ehefrau Stefanie schreibt gerne SMS. Mit ihren Freundinnen verabredet sie sich nur noch auf Zuruf: "Melde mich, wenn ich losfahre. CU Steffi". Im Kalender steht "abends Schwimmen mit Maria", keine Uhrzeit.

Jürgens anfängliche Begeisterung für das reine Telefonieren weicht der Routine. Neue Funktionen bei Handys faszinieren ihn allerdings immer noch. Handys mit Kamera, mit Musikspieler - er muss alles haben, sobald die Preise gefallen sind. Für das Mitteilungsbedürfnis seiner Töchter fallen die Minutenpreise allerdings nicht schnell genug. Im Monatsrhythmus gibt es Stress zu Hause, weil das Taschengeld angeblich für die Prepaidkarte nicht ausreiche.

Handynotfall bei der Jugend

Welche Bedeutung das Handy für das Leben junger Menschen hat, erfährt Jürgen Hildebrand nicht durch vertelefonierte Euros, sondern durch ein denkwürdiges Wochenende im Mai 2003. Seiner 17-jährigen Tochter Sofie wird die Tasche gestohlen, samt Mobiltelefon. Das Problem: Sie weiß nicht, wo ihre Freunde hingehen und wann sie sich treffen. Die Abendplanung, lernt Jürgen, erfolgt kurzfristig und ist ständig im Fluss. Ausgefeiltes SMS-Management macht es möglich. Jürgen schlägt vor, doch einfach anzurufen. "Ihre Nummern sind doch im Handy!", ruft Sofie. "Du kennst die Nummern deiner besten Freundinnen nicht auswendig?" Während Jürgen dies sagt, dämmert ihm schon, dass er selbst kaum noch Telefonnummern im Gedächtnis hat. Einige Festnetznummern fallen ihm sofort ein, die meisten sind alt. Aber sonst, besonders bei den Handynummern -Fehlanzeige. Die digitale Demenz verschont auch die Hildebrands nicht.

Die Jahre gehen ins Land. Eines Tages bringt Anna, Jürgens jüngere Tochter, ein Video auf dem Handy mit nach Hause. Verstört zeigt sie es den Eltern. Auf dem Handydisplay ist zu sehen, wie ein Schüler von einer Gruppe Jugendlicher verprügelt wird. Der Clip war auf dem Schulhof getauscht worden. Aufgeregt läuft Jürgen am nächsten Tag zur Schulleitung. Die kennt das Problem längst, bezeichnet es als "Happy Slapping", weiß sich aber keinen Rat. Jürgen kauft seiner Tochter Anna ein Handy ohne die drahtlose Datenübertragungstechnik Blutooth, um sie vor Schmutz von den Telefonen ihrer Mitschüler zu schützen.

Ein Vierteljahrhundert ist vorbei

An seinem 50. Geburtstag fährt Jürgen von Hamburg heim nach Frankfurt. Er hat sich ein iPhone gegönnt. Im ICE surft er mit dem Telefon im Internet und liest eine Reportage über die Bedeutung, die der Mobilfunk in Entwicklungsländern hat. 80 Prozent der Weltbevölkerung haben Anschluss an ein Handynetz. In einigen Staaten entsteht erstmals in ihrer Geschichte eine funktionierende Kommunikationsinfrastruktur. Irgendwo in Afrika, denkt er, steht bestimmt gerade ein junger Mann mit einem rund 100 Gramm leichten Telefon in der Hand, der das Gerät für das Größte hält. So wie er selbst, vor 25 Jahren. Als er das riesige Dynatac 8000 einmal ausprobieren durfte. Als er sich nicht vorstellen konnte, wie sehr ein Telefon sein Leben verändern würde.

Gebrüll weckt ihn aus seinen Tagträumen. Eine Mitdreißigerin durchlebt ebenso so lautstark wie detailliert am Telefon eine Beziehungskrise. Ihr Ausbruch nimmt kein Ende. Jeder starrt sie an. Irgendwann unterbricht sie ihre Tirade und ruft in den Raum: "Das ist ein Privatgespräch." Unangenehm berührt schaut Jürgen zur Seite. Wie sehr sich doch die Wahrnehmung von Öffentlichkeit und Privatshäre verändert hat. Und zum ersten Mal kommt ihm der Gedanke, dass man vielleicht nicht immer und überall erreichbar sein muss.

Kann ich mich auf Geschwindigkeitsanzeige FritzBox verlassen?
Hallo zusammen, erstmal herzlichen Dank für die Leute, die sich Zeit nehmen Fragen zu beantworten oder ihre Erfahrungen mit anderen teilen. Das ist oft hlifreich, wenn man sich nicht so auskennt. Ich hoffe, dass mir jemand weiterhelfen kann. Die Telekom hat hier nach langer und ersehnter Zeit schnelle Leitungen verlegt. Mitarbeiter waren auch zu Besuch da und auch nett:-) Sie wollten ja auch, dass ich von 1und1 wieder zurück wechsel. Das ist für mich in Ordnung und gehört zum Wettbewerb. Da jedoch die Mitarbeiter mir sagten, dass die Telekom für paar Jahre das Vorrecht hätte, könnte ich schnelles Internet nur über Telekom beziehen. Sprich entweder Telekom und schnelles Internet oder langsames Internet. Da habe ich im Internet recherchiert und rausgefunden, dass das so nicht mehr stimmt. Das war der Grund, warum ich dann bei 1und1 DSL100 abgeschlossen habe, da man mir am Telefon gesagt, dass es ohne Probleme möglich wäre. Nun ist es jedoch so, dass wir gar nicht so merken, dass unser Internet schneller ist. Gerade in der oberen Etage kann man nicht ohne Router surfen oder Sky über Internet Fernsehen. Nun meine Frage: Bei der Fritzbox wird es jedoch angezeigt. Kann ich mich drauf verlassen? Oder wie macht ihr eure Messungen? Ich weiss, dass es Software gibt, aber der feste Rechner ist bereits alt und hat einen alten Internet Explorer drauf. Wenn ich mit einem Laptop im Wlan mich reinhänge, wird sicher die Geschwindigkeit sowieso niedriger und nicht verwertbar sein, oder? Vielen Dank für die Antworten.