HOME

Studie: Handy-Strahlung löst keinen Krebs aus

Das Bundesamt für Strahlenschutz gibt Entwarnung: Das Krebsrisiko von Erwachsenen steigt durch den Mobilfunk nicht, so das Fazit einer aktuellen Studie. Trotzdem fordern einige Experten ein Handy-Verbot für Kinder.

Steigern Handy das Hirntumor-Risiko? Laut einer neuen Studie nicht

Steigern Handy das Hirntumor-Risiko? Laut einer neuen Studie nicht

Ob Handy-Telefonate der Gesundheit schaden, wird seit Jahren untersucht. Und das nicht ohne Grund, immer wieder tauchen fragwürdige Strudien auf, die vermelden, dass Handystrahlung schädlich sein soll. So fürchten sich mittlerweile ein Viertel aller Bundesbürger vor den Folgen der täglichen Bestrahlung. Jetzt hat das Bundesamt für Strahlenschutz eine neue Studie veröffentlicht. Fazit: Das Krebsrisiko von Erwachsenen steigt durch den Mobilfunk nicht. Die Forscher fanden auch keine Hinweise, dass Handys Kopfschmerzen auslösen. Mögliche Gefahren für Kinder oder Langzeitrisiken können die Wissenschaftler jedoch noch nicht auszuschließen.

In 54 Einzeluntersuchungen prüften Wissenschaftler seit 2002 mögliche Gefahren durch die Strahlung von Handys und schnurlosen Telefonen. "Es gibt eine Menge an Sorgen", sagte Bundesumweltminister Sigmar Gabriel. Die Hinweise auf mögliche Risiken unterhalb der geltenden Grenzwerte konnten jedoch weder durch Handys noch durch schnurlose DECT-Telefone oder deren Basisstationen in der Nähe des Bettes bestätigt werden. Im Einzelfall wurden Veränderungen der Genaktivität beobachtet. Das stelle die Gesamtbeurteilung aber nicht infrage, hieß es.

Risiken für Kinder nicht hinreichend untersucht

Das Forschungsprogramm des BFS konnte jedoch nicht auf alle Fragen abschließende Antworten geben. Weiterhin Forschungsbedarf gibt es vor allem in Hinblick auf die Fragen möglicher Langzeitrisiken für Handynutzungszeiten von mehr als zehn Jahren. Außerdem ist weiterhin unklar, ob Kinder empfindlicher auf Handystrahlung reagieren als Erwachsene. So fordern die Wissenschaftler, darunter viele Krebsforscher: Kinder unter zwölf Jahren sollten Handys nur im Notfall benutzen und wenn nicht anders möglich, vorsichtig mit ihrem Handy umgehen.

"BUND" fordert Handy-Verbot für Kinder

Nutzer sollten möglichst nicht bei schlechtem Empfang telefonieren, da bei schwachem Signal die Strahlung zunehme. Schon beim Kauf des Geräts lasse sich auf die so genannte spezifische Absorptionsrate (SAR) achten - als besonders strahlungsarm gelte ein SAR-Wert von 0,6 Watt/Kilogramm oder niedriger. Um die Handy-Antenne als Strahlungsquelle möglichst weit vom Kopf entfernt zu halten, empfehlen Experten, beim Telefonieren Kopfhörer zu tragen.

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) geht noch weiter: Er fordert vorsorglich ein Handy-Verbot für Kinder. Solange es keine kindgerechten Schutzstandards für die Nutzung von Mobiltelefonen gibt, sei für Kinder ein Verbot der Nutzung von Handys nötig, sagte BUND-Mobilfunkexperte Bernd Rainer Müller.

Auch die Weltgesundheitsorganisation prüft im Rahmen der "Interphone-Studie", ob es ein nachweisbares Krebsrisiko durch Mobiltelefone gibt. Mehrere bereits abgeschlossene Interphone-Teilstudien aus verschiedenen Ländern der Welt haben keine Belege für ein Gesundheits-Risiko gefunden.

DPA/AFP / DPA

Wissenscommunity