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20 Jahre D-Netze in Deutschland: Kleine Kulturgeschichte des Handys

Es gibt kaum jemanden, der kein Handy besitzt. Dabei sind die Deutschen noch gar nicht so lange überall erreichbar: Erst vor zwei Jahrzehnten fiel mit der Einführung der D-Netze der Startschuss für den Siegeszug des Mobiltelefons.

Von Rebecca Brockmeier

Lass dich nicht provozieren. Lass dich nicht darauf ein", schreit ein junger Mann in sein Handy. "Ja, ich weiß, das ist leichter gesagt als getan. Aber geh ihm aus dem Weg. Das will der doch nur", ruft er so laut, dass sich ein paar ältere Herren nach ihm umdrehen. Der Sprecher sitzt in der U-Bahn. Was noch vor 20 Jahren undenkbar war, ist heute normal: Unfreiwillig hören Reisende halbe Dialoge anderer Fahrgäste mit. Möglich machte das im Jahr 1992 die Einführung der D-Netze: Das erste digitale Gespräch erfolgte im Juli über das Netz des Mobilfunkkonzerns Mannesmann, einen Tag später zog die Telekom-Tochter DeTeMobil nach. Der Startschuss war gefallen. Zwei Jahre später telefonierten bereits eine Million Deutsche, ein Jahr später bereits zwei Millionen mobil.

War das Handy zu Beginn noch ein überteuertes Statussymbol - die erste Gesprächseinheit kostete 1,67 Mark, die ersten Geräte um die 2500 Mark -, trat es Mitte der 90er Jahre in kürzester Zeit seinen Siegeszug an: Heute tragen bereits 87 Prozent aller Deutschen ein Mobiltelefon in der Tasche - und können sich ein Leben "ohne" meistens gar nicht mehr vorstellen. Die Zahl der Althandys übersteigt mit 83 Millionen sogar die Zahl der Einwohner in der Bundesrepublik. Weltweit besitzen statistisch gesehen sechs von zehn Menschen ein Handy - weder Kühlschränke noch Fernseher sind so weit verbreitet. Was macht das Mobiltelefon für viele so unentbehrlich?

"HDL" hält Freundschaften frisch

"Das Handy gibt dem Besitzer das Gefühl, immer in Verbindung zu sein", erklärt der Erfurter Kommunikationswissenschaftler Joachim Höflich. Selbst eine SMS mit dem vermeintlich banalen Inhalt "Hab dich lieb" halte den Kontakt zwischen zwei Menschen aufrecht. Der Grund dafür, dass sich das Handy als "Beziehungsmedium" etablieren konnte, ist simpel: Erst sinkende Kosten machten es zum Massenmedium. "Die ökonomischen Rahmenbedingungen haben sich eklatant verändert", sagt Lioba Nägele vom Frankfurter Museum für Kommunikation. "Früher waren Handys und Gesprächsminuten sehr teuer. Nur Geschäftsleute oder sehr wohlhabende Menschen konnten sich ein Mobiltelefon leisten". Damals war das Handy noch ein derart wichtiges Statussymbol, dass sich einige Menschen sogar nicht davor scheuten, nur für eine Attrappe rund 800 D-Mark auszugeben. Noch nicht einmal zehn Jahre später war mobiles Telefonieren dann auch für Jugendliche erschwinglich: Mit den Prepaidkarten hielt das Handy in vielen Tornistern Einzug.

Nicht nur die Handymodelle haben sich in den letzten 20 Jahren sehr verändert, auch Kommunikation und Lebensalltag sind nicht mehr dieselben: Wartezeiten auf den Bus oder den Gang zum nächsten Supermarkt nutzen heute viele, um zu telefonieren. Manchen geht die Dauerbeschallung aber auch zu weit: "Ich persönlich empfinde es zum Beispiel als sehr störend, wenn jemand an der Supermarktkasse telefoniert und die Kassiererin keines Blickes würdigt", sagt Lioba Nägele. Auch die Art, sich zu verabreden, gleicht nicht mehr der von vor 20 Jahren. Früher machten Menschen noch feste Termine aus - oftmals Wochen im voraus -, um sich zu treffen. Heute ist die Planung deutlich beweglicher. Besonders was die Abendgestaltung betrifft, heißt es jetzt oft, "Wir telefonieren uns dann später nochmal zusammen". Wer bei einer Party ist, informiert sich währenddessen über parallel stattfindende Events. Höflich bestätigt: "Heute wird flexibel verschoben".

Handy, Notebook, Tablet wichtiger als der Partner

Wie wenig sich die Deutschen heute ein Leben ohne ihr Mobiltelefon vorstellen können, zeigt eine internationale Studie des Hardwareriesen Intel zum Umgang mit mobilen Endgeräten. 12.000 Menschen in 16 Ländern nahmen an der Befragung teil. Erstaunlich: Rund zwölf Prozent der befragten Deutschen gab an, lieber für eine Woche auf den Partner, als auf Handy, Notebook oder Tablet verzichten zu wollen. Spitzenreiter sind die Rumänen: 21 Prozent würde mobile Geräte dem Lebenspartner vorziehen.

Der Grund für die Liebe zum mobilen Begleiter: "Es ist ein persönliches Medium, über das in der Regel ausschließlich dessen Besitzer zu erreichen ist", sagt Kommunikationsexperte Höflich. Insofern ist das Handy gerade kein sichtbarer Ausdruck einer zwischenmenschlichen Entfremdung, wie die oben genannten Zahlen vermuten lassen. Im Gegenteil: Weil das Mobiltelefon ein Beziehungsmedium ist, lege die hohe Wertschätzung, die viele dem Gerät entgegenbrächten, den Schluss nahe, dass der Mensch doch viel "beziehungssüchtiger" sei, als er selbst vermutet, so Höflichs These.

Doch gerade zu Beginn des Handy-Booms brachte die Beziehungssucht der Deutschen einigen Ärger mit sich: Ungeniert quasselten die stolzen Besitzer der ersten Riesenapparate, wo sie standen und gingen. "Früher wurde noch viel ungehemmter telefoniert", sagt Höflich. Das hat sich geändert: Heute gibt es größtenteils "soziale Arrangements", die sich im Umgang mit dem Handy herausgebildet haben. So ist es zum Beispiel im Restaurant mehr und mehr verpönt zu telefonieren oder das Mobiltelefon auf den Tisch zu legen.

Andere Länder, andere Handy-Sitten

Die Handyetikette hat ihre Tücken: Was in Deutschland normal ist, kann im Ausland tabu sein. Denn die Regeln fürs Handy sind längst nicht in jedem Land gleich. Vergleicht man zum Beispiel die Antworten von Deutschen und Südafrikanern, die diese bei der internationalen Intel-Studie zum Thema Handyetikette gegeben haben, zeigen sich erhebliche Unterschiede: In Südafrika gilt zum Bespiel das Schreiben von Textnachrichten am Steuer als absolut inakzeptabel. Laute Klingeltöne stören die Menschen dort hingegen kaum. Völlig anders die Auffassung der Deutschen: Klingeltöne und lautes Reden am Telefon werden als besonders störend empfunden. Beim SMS-Schreiben im Auto ist man hierzulande dagegen tolerant.

Tatsächlich ist es so, dass sich der Gebrauch des Handys von Land zu Land unterscheidet: "Kultur beeinflusst die Lebensweise, und die Lebensweise beeinflusst die Art, wie wir kommunizieren", sagte Vodafone-Chef Vittorio Colao 2009 dem "Economist". Beispiel Japan: Im Land des Lächelns stellt es eine grobe Verletzung der Umgangsformen dar, in öffentlichen Verkehrsmitteln Gespräche am Handy zu führen. Anzeigetafeln weisen die Fahrgäste darauf hin, dass es untersagt ist, mit dem Mobiltelefon zu telefonieren.

Unterschiede werden kleiner

Lauter als in Japan geht es zum Beispiel immer noch in Südeuropa zu: "In Italien ist das öffentliche laute Telefongespräch noch häufiger zu beobachten. Dort gibt es aber auch seit jeher eine ausgeprägtere öffentliche Kommunikation als in anderen Ländern", erklärt Kommunikationswissenschaftler Höflich. In Spanien sei der Geräuschpegel oft so hoch, dass die Menschen dort ihren Vibrationsalarm nutzten, um einen Anruf überhaupt zu bemerken. Allerdings: Die Unterschiede zwischen den einzelnen Ländern werden kleiner. Denn das Handy ist in den letzten 20 Jahren längst überall zum Alltagsmedium geworden.

Kann ich mich auf Geschwindigkeitsanzeige FritzBox verlassen?
Hallo zusammen, erstmal herzlichen Dank für die Leute, die sich Zeit nehmen Fragen zu beantworten oder ihre Erfahrungen mit anderen teilen. Das ist oft hlifreich, wenn man sich nicht so auskennt. Ich hoffe, dass mir jemand weiterhelfen kann. Die Telekom hat hier nach langer und ersehnter Zeit schnelle Leitungen verlegt. Mitarbeiter waren auch zu Besuch da und auch nett:-) Sie wollten ja auch, dass ich von 1und1 wieder zurück wechsel. Das ist für mich in Ordnung und gehört zum Wettbewerb. Da jedoch die Mitarbeiter mir sagten, dass die Telekom für paar Jahre das Vorrecht hätte, könnte ich schnelles Internet nur über Telekom beziehen. Sprich entweder Telekom und schnelles Internet oder langsames Internet. Da habe ich im Internet recherchiert und rausgefunden, dass das so nicht mehr stimmt. Das war der Grund, warum ich dann bei 1und1 DSL100 abgeschlossen habe, da man mir am Telefon gesagt, dass es ohne Probleme möglich wäre. Nun ist es jedoch so, dass wir gar nicht so merken, dass unser Internet schneller ist. Gerade in der oberen Etage kann man nicht ohne Router surfen oder Sky über Internet Fernsehen. Nun meine Frage: Bei der Fritzbox wird es jedoch angezeigt. Kann ich mich drauf verlassen? Oder wie macht ihr eure Messungen? Ich weiss, dass es Software gibt, aber der feste Rechner ist bereits alt und hat einen alten Internet Explorer drauf. Wenn ich mit einem Laptop im Wlan mich reinhänge, wird sicher die Geschwindigkeit sowieso niedriger und nicht verwertbar sein, oder? Vielen Dank für die Antworten.