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GfK-Index: Konsumklima befeuert Sommerschlussverkauf

Sorgen wegen der Wirtschaftskrise und das Konsumklima wollen in Deutschland weiterhin nicht recht zusammenpassen. Die deutschen Verbraucher zeigen sich unverändert kauflustig und neigten laut Konsumklima-Index zuletzt sogar zu größeren Anschaffungen. Eine gute Nachricht für den Handel - just zu Beginn des Sommerschlussverkaufs.

Die wachsende wirtschaftliche Zuversicht hat die Verbraucherstimmung in Deutschland weiter aufgehellt. Vor allem die Bereitschaft zu größeren Anschaffungen habe im Juli deutlich zugelegt, berichtete die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) am Montag in ihrer Konsumklimastudie. Zudem rechneten die Verbraucher mit höheren Einkommen als in den Vormonaten und seien auch in Sachen Konjunktur optimistischer. Dementsprechend waren am Montag die Innenstädte zu Beginn des Sommerschlussverkaufs gut besucht, berichtete ein Sprecher des Hauptverbandes des Deutschen Einzelhandels (HDE).

Schon der vergangene Samstag sei sehr gut gelaufen, sagte der Sprecher. Je nach Unternehmen winken den Kunden beim Rabatt-Endspurt Preissenkungen von bis zu 70 oder 80 Prozent. Eine HDE-Sprecherin hatte in der vergangenen Woche betont, die Wirtschaftskrise habe auf den Einzelhandel bislang noch nicht so stark durchgeschlagen wie auf andere Branchen: "Die Kauflaune ist noch in Ordnung." Daher könne man etwa in der Modebranche nicht davon sprechen, dass die Lager noch zum Platzen gefüllt seien: "Aber natürlich muss Platz für die neuen Sachen gemacht werden, man kann also auf jeden Fall schöne Schnäppchen machen."

Verbraucher profitieren von niedriger Inflation

Die Beobachtung der Einzelhändler wurden durch den Konsumklima-Index untermauert. Die Konsumforscher der GfK führen die gute Verbraucherstimmung auch auf die niedrige Inflationsrate zurück, die für stabile Preise sorge. "Die Inflation schwindet und den Verbrauchern bleibt mehr Geld im Portemonnaie", heißt es. Entsprechend stieg der Konsumklima-Index für August auf 3,5 Punkte - nach 3,0 Punkten im Juli.

"Neben den günstigen Preisen spielt auch die Tatsache eine wichtige Rolle, dass der Arbeitsmarkt bislang noch nicht eingebrochen ist", betont die GfK. Allerdings dürfte der Härtetest für das Konsumklima noch bevorstehen, sollten die Arbeitslosenzahlen ihm Spätherbst stärker steigen. Dann könnten nicht nur die niedrigen Einkommen der vielen Arbeitslosen, sondern auch die Angst der übrigen Bevölkerung vor Arbeitslosigkeit das Konsumklima trüben, fürchten die Konsumforscher.

DPA/AP / AP / DPA