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GfK-Konsumklimaindex Weihnachtsgeschäft brummt trotz Krise

Die Kauflaune der deutschen Verbraucher hat sich im November deutlich gebessert - trotz Sorgen vor den Folgen der Schuldenkrise. Der Grund sind geringe Arbeitslosigkeit und niedrige Sparzinsen.

Konsumforscher erwarten klingelnde Kassen im deutschen Weihnachtsgeschäft - ungeachtet der europäischen Krise. "Wir sind optimistisch, dass das Weihnachtsgeschäft nicht so schlecht werden wird und in etwa das Niveau des Vorjahres erreichen wird", sagte Rolf Bürkl von der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK). "Das wäre angesichts der Krise und der Umstände sehr erfreulich."

Insgesamt erwarten die Forscher ein positives Konsumklima: Der monatlich von der GfK ermittelte Index befindet sich nach den am Montag vorgestellten Daten im Aufwind. Der Wert für November wurde auf 5,4 Punkte leicht nach oben revidiert, für Dezember sagen die Marktforscher mit 5,6 Punkten den höchsten Wert seit Mai 2011 voraus.

Geld ausgeben statt anlegen

Die Konsumforscher erwarten, dass Kunden vor allem bei Büchern, Gutscheinen und Schmuck zugreifen werden. "Die Menschen stecken ihr Geld in der Krise zwar nicht in Goldbarren, aber in Goldketten", sagte Bürkl. Angesichts der seit Monaten extrem niedrigen Zinsen für Kapitalanlagen tendierten die Menschen eher dazu, ihr Geld in werthaltige Anschaffungen, wie Immobilien oder langlebige Gebrauchsgüter zu investieren. "Der Anreiz, Geld auf die hohe Kante zu legen, ist derzeit eher gering", so Bürkl. Die sogenannte Anschaffungsneigung stieg im November deutlich um 9,1 auf 40,3 Punkte.

"Eine sinkende Sparneigung sowie steigende Beschäftigung und Einkommen geben dem Konsumklima Rückenwind", erklärten die Nürnberger Experten. Das GfK-Barometer für die Einkommenserwartung sank zwar um 5,4 auf 31,1 Punkte, liegt aber immer noch deutlich über dem langfristigen Mittelwert von null. Der "überaus gute Wert der Einkommenserwartung" geht laut GfK auf die gute Situation am Arbeitsmarkt zurück.

Bücher haben Stammplatz unterm Weihnachtsbaum

Der Handel profitiert von dieser Entwicklung: Nach Einschätzung der GfK können die Händler in Deutschland mit Umsätzen für Geschenke in Höhe von 13,7 Milliarden Euro rechnen. Im Vorjahr brachte das Weihnachtsgeschäft rund 14 Milliarden Euro ein.

Durchschnittlich 241 Euro wollen die Menschen in Deutschland einer GfK-Umfrage zufolge in diesem Jahr für Weihnachtsgeschenke ausgeben. Das sind nur vier Euro weniger als ein Jahr zuvor. Auch in diesem Jahr werden am häufigsten Bücher unter dem Weihnachtsbaum liegen: 37 Prozent der Befragten greifen fürs Fest zu Lesestoff. Auf den Plätzen der beliebtesten Geschenke folgen Kleidung und Accessoires, Spielwaren, Lebensmittel und Getränke.

pen/DPA/Reuters DPA Reuters

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