Gleichberechtigung
Kein Fortschritt bei Frauenanteil in Dax-Aufsichtsräten

Katrin Suder ist eine von den wenigen weiblichen Aufsichtsratsvorsitzenden in Dax-Unternehmen. (Archivbild) Foto: Oliver Berg/dp
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© Oliver Berg/dpa

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Der Anteil der neu gewählten Frauen ist auf der Kapitalseite so niedrig wie lange nicht. Auffällig ist, dass Frauen derzeit sehr viel kürzer in den Kontrollgremien bleiben als Männer.

Der Frauenanteil in den Dax-Aufsichtsräten stagniert auf der Kapitalseite. Zwar geht es mit der aktuellen Runde der Hauptversammlungen leicht um 0,1 Prozentpunkte auf 38,3 Prozent nach oben, wie eine Auswertung der Personalberatung Russell Reynolds ergab. Bei den neu gewählten Vertretern liegt der Anteil mit 32 Prozent aber so tief wie noch nie in diesem Jahrzehnt. 

Bis 2024 war der Anteil der Frauen 15 Jahre lang kontinuierlich gewachsen - von 7 bis auf mehr als 40 Prozent. Ein Grund für die aktuelle Schwäche könnte sein, dass Frauen tendenziell kürzer in den Gremien bleiben. Betrachtet man, wie lange Aufsichtsräte, die dieses Jahr ausschieden oder noch ausscheiden, in den Gremien waren, sind es bei Frauen nur 5,4 Jahre, bei Männern aber 9,5. 

"Das zweite Jahr in Folge gab es keinen Fortschritt auf dem vor kurzem noch sicher geglaubten Weg hin zur Parität – und das gegen den europäischen Trend", sagt Jens-Thomas Pietralla von Russell Reynolds. Zudem hinke auch die Besetzung zentraler Machtpositionen weiterhin deutlich hinterher. "Das ist in Summe keine gute Entwicklung". 

Vergangene Ungleichheit schafft neue

Ein Grund könnte in vergangener Ungleichheit liegen: Angesichts der unsicheren Zeiten würden Kandidaten bevorzugt, die Vorstandsvorsitzende waren, sagt Pietralla. "Da in der Vergangenheit kaum Frauen an der Spitze von Dax-Unternehmen standen, ist der Pool an weiblichen Kandidaten mit dieser Erfahrung zwangsläufig viel kleiner, was Frauen benachteiligt."

Zumindest an der Spitze der Aufsichtsräte geht es aber etwas bergauf. Seit Sabrina Soussan vor wenigen Tagen bei Continental diese Position übernommen hat, werden der Studie zufolge fünf der Gremien von Frauen geführt. Und wenn Amparo Moraleda im Oktober 2026 René Obermann an der Spitze des Aufsichtsrats von Airbus ablöse, steige der Anteil sogar auf 15 Prozent.

dpa