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Forscher von Global Footprint Die Welt lebt für den Rest des Jahres auf Öko-Pump - und Deutschland bereits seit Monaten

Im indonesischen Dumai brennt das Gelände neben einer Palmöl-Plantage. Durch die Rodung wird es als Anbaufläche vorbereitet.
Um den Erdüberlastungstag zu bestimmen, betrachtet das Global Footprint Network den Verbrauch etwa von Holz, Tieren und Boden, sowie den CO2-Ausstoß. Abgebildet ist ein brennendes Feld im indonesischen Dumai, das so als Palmöl-Plantage vorbereitet wird.
© Rony Muharrman/EPA / DPA
So früh wie 2018 waren die natürlichen Ressourcen noch nie zuvor rechnerisch verbraucht. Die Menschheit wirtschaftet laut Forschern, als hätte sie 1,7 Erden zur Verfügung. Deutschland geht nicht gerade mit gutem Beispiel voran.

Die Menschheit hat die natürlich verfügbaren Ressourcen für dieses Jahr bereits komplett aufgebraucht. Auf diesen Mittwoch fällt der sogenannte Erdüberlastungstag, den die Forschungsorganisation Global Footprint jährlich berechnet. Demnach lebte die Weltbevölkerung noch nie so früh auf Öko-Pump wie in diesem Jahr. Die Wissenschaftler rechnen aus, wann die Ressourcen verbraucht sind, die innerhalb eines Jahres auch wieder nachwachsen könnten, also nachhaltig verfügbar sind. 1970 war es rechnerisch erst Ende Dezember so weit, im Jahr 2000 bereits im September. Inzwischen wirtschaftet die Weltbevölkerung nach Angaben von Global Footprint, als hätte sie 1,7 Erden zur Verfügung.

Auf der Webseite gibt die Organisation auch nationale Überlastungstage an. Deutschland hat seine natürlichen Ressourcen für dieses Jahr demnach bereits seit dem 2. Mai verbraucht. In Europa waren lediglich Luxemburg (19. Februar), Dänemark (28. März), Schweden (4. April), Finnland (11. April) und Österreich (15. April) schneller. Den Forschern zufolge am frühesten auf Öko-Pump leben die Menschen in Katar (9. Februar), am spätesten die Bevölkerung von Vietnam (21. Dezember).

Umweltschützer nutzen den Tag, um einen schonenderen Umgang mit Rohstoffen anzumahnen. "Wir müssen unsere Lebensweise endlich klimafreundlicher und nachhaltiger gestalten, um den Raubbau von Ressourcen zu stoppen", sagte Grünen-Chefin Annalena Baerbock. "Energiewende, ökologische Landwirtschaft und das zunehmende Bewusstsein für nachhaltige Produktion muss auf die politische Agenda." Dabei sei die Bundesregierung gefragt. Unter anderem müssten alle Gesetze auf ihre Folgen fürs Klima abgeklopft werden. 

Forscher von Global Footprint: Die Welt lebt für den Rest des Jahres auf Öko-Pump - und Deutschland bereits seit Monaten

"Für den Rest des Jahres leben wir auf Pump"

Um den Tag zu bestimmen, betrachtet das Global Footprint Network nicht nur den Verbrauch etwa von Holz, Tieren und Boden. Auch der CO2-Ausstoß fließt in die Berechnung mit ein. Die Kampagne zum Erdüberlastungstag oder auch Welterschöpfungstag - auf Englisch: Earth Overshoot Day - gibt es seit 2006.

"Für den Rest des Jahres leben wir auf Pump und verbrauchen damit die Lebensgrundlage unser Kinder und Enkel", warnte etwa Jörg-Andreas Krüger, Direktor Ökologischer Fußabdruck beim WWF. Deutschland als erfolgreiche Industrienation müsse sich endlich an die Spitze einer weltweiten Öko-Bewegung stellen. "Brennende Wälder, schmelzende Gletscher - längst leuchten die roten Warnlampen des Planeten", sagte der Vorsitzende des Bunds für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), Hubert Weiger.

Grafik: Der "Overshoot Day" rückt im Jahr immer weiter nach vorn

overshoot day
"Global Overshoot Day": Die Grafik zeigt die historische Entwicklung. Der Tag, ab dem die Welt auf Pump lebt, ist immer weiter nach vorn gerückt
© Patrick Rösing/stern, Daten: Global Footprint Network
fin mit Agentur DPA

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