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Bayer-Tochter: US-Richter macht Weg für Glyphosat-Prozess gegen Monsanto frei

Seit Mitte Juni steht Monsanto erstmals wegen des möglicherweise krebserregenden Stoffes Glyphosat in den USA vor Gericht. Dies ist wohl erst der Beginn einer langen Klagewelle: Ein Richter hat nun hunderte Sammelklagen zugelassen.

Monsantos Unkrautvernichter Roundup mit dem umstrittenen Wirkstoff Glyphosat

Monsantos Unkrautvernichter Roundup enthält den umstrittenen Wirkstoff Glyphosat

AFP

Nun warten hunderte Klagen auf Bayer-Tochter Monsanto: Ein Richter in San Francisco hat den Weg für einen möglichen Glyphosat-Prozess frei gemacht. Genug Experten hätten Krebsrisiken des umstrittenen Wirkstoffs vorgetragen, sodass eine Verhandlung der vor Gericht angemessen sei. Ob schlussendlich eine eindeutige Entscheidung möglich sei, zweifelte Vince Chharbria aber an. 

Die Kläger und ihre Anwälte werfen Monsanto vor, dass deren Unkrautvernichter Roundup aufgrund des Glyphosats  verursacht. 

Bayer und Monsanto drohen etliche Verfahren

Für Bayer und Monsanto nehmen die Rechtsrisiken mit der Entscheidung des US-Richters deutlich zu. Alleine bei Chhabrias Gericht im nördlichen Bezirk San Franciscos geht es um mehrere Hundert Klagen von Landwirten, Gärtnern und Verbrauchern. Zudem gibt es noch etliche Verfahren in den USA, die nicht als Sammelklagen gestaltet sind. Der erste Prozess gegen Monsanto hatte erst kürzlich begonnen - ebenfalls in San Francisco. 

Die dabei verhandelte Klage des 46-jährigen Dewayne Johnson, bei dem 2014 Lymphdrüsenkrebs diagnostiziert wurde, wurde anderen Fällen vorgezogen, weil der Mann bereits im Sterben liegt. Johnson macht Monsantos Roundup für sein tödliches Leiden verantwortlich und wirft dem neuerdings zum Dax-Riesen Bayer gehörenden US-Unternehmen vor, die Gefahren des weltweit stark verbreiteten Unkrautvernichters verschwiegen zu haben. Monsanto weist die Vorwürfe energisch zurück.

fri / DPA