HOME

Großbank: UBS erwartet 7,6 Milliarden Euro Verlust

Die Schweizer Großbank UBS rechnet nach eigenen Angaben im ersten Quartal 2008 mit einem Reinverlust von umgerechnet etwas 7,6 Milliarden Euro. Verwaltungsratspräsident Marcel Ospel zieht die Konsequenzen und tritt zurück

Die Schweizer Großbank UBS erwartet im ersten Quartal dieses Jahres einen Reinverlust von rund zwölf Milliarden Franken (7,6 Milliarden Euro) und muss das Kapital weiter erhöhen. Verwaltungsratspräsident Marcel Ospel zieht die Konsequenzen und tritt zurück, wie die Bank weiter mitteilte. Das Verwaltungsratspräsidium soll von Peter Kurer übernommen werden.

Die Abschreibungen im ersten Quartal belaufen sich auf rund 19 Milliarden Franken (12 Milliarden Euro), wie es in der Mitteilung weiter heißt. Um die Kernkapitalquote zu erhöhen, ist eine Kapitalspritze von weiteren 15 Milliarden Franken vorgesehen, die von einem Bankensyndikat unter Führung von JPMorgan, Morgan Stanley, BNP Paribas und Goldman Sachs garantiert wird. Zudem kündigte die UBS an, die Positionen auf dem US-Immobilienmarkt in eine separate Einheit auszugliedern. Für die UBS ist es bereits der dritte Quartalsverlust in Folge. Insgesamt hat das Unternehmen damit bei der US-Hypothekenkrise rund 40 Milliarden Franken in den Sand gesetzt.

Die UBS hat sich über eine Pflichtwandelanleihe vor kurzem bereits 13 Milliarden Franken von dem Regierungsfonds GIC aus Singapur und einem mutmaßlich aus Saudi Arabien kommenden Investor beschafft. Nun sollen nochmals 15 Milliarden Franken hinzukommen. Zudem sind noch sechs Milliarden Franken aus einer Reihe von Maßnahmen, wie etwa dem Ersatz der Bar- durch eine Aktiendividende, eingeplant.

Erstmals rote Zahlen

Für 2007 kam die Bank auf einen Verlust von 4,4 Milliarden Franken und schrieb damit zum ersten Mal in ihrer rund zehnjährigen Geschichte rote Zahlen. Seit Anfang des Jahres hat die UBS-Aktie mehr als 40 Prozent verloren.

Entgegen den im Februar gemachten Ankündigungen nimmt Verwaltungsratspräsident Ospel nun doch den Hut. Der 58-Jährige tritt bei der Generalversammlung am 23. April nicht mehr an und soll durch den Chefjuristen Kurer abgelöst werden, der seit 2002 Mitglied der Konzernleitung ist. Der Verwaltungsrat habe vom Beschluss mit Bedauern Kenntnis genommen, heißt es in einer Mitteilung.

AP/DPA/Reuters / AP / DPA / Reuters
Themen in diesem Artikel