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Wegen Sicherheitsbedenken: H&M-Rassismus-Skandal: Kindermodel muss nach Anfeindungen umziehen

Die Proteste gegen das "Coolest Monkey"-Motiv von H&M haben weitere Konsequenzen: Die Familie des Kindermodels musste wegen Anfeindungen umziehen, weil die Mutter das Motiv als nicht rassistisch empfindet. 

Für den fünfjährigen Liam war es nur ein harmloser Modeljob, doch der hatte Folgen. Nachdem die Bekleidungskette H&M ein Werbemotiv veröffentlicht hatte, in dem der schwarze Junge einen Pullover mit der Aufschrift "Coolest Monkey in the Jungle" trägt, musste sich der Konzern massive Rassismusvorwürfe gefallen lassen. Der Shitstorm in den sozialen Medien war gewaltig, Prominente äußerten sich zu dem Fall, der Musiker "The Weeknd" kündigte die Zusammenarbeit auf. In Südafrika blieb es nicht bei Boykottaufrufen, dort wurden gar Filialen von einem aufgebrachten Mob verwüstet.

Auch die Familie des Kindermodels ist mittlerweile Zielscheibe von Protesten - und musste wegen Sicherheitsbedenken  sogar aus ihrem Haus in Stockholm ausziehen, wie die BBC berichtet. Der Grund: Liams Mutter Terry hatte das Shooting auf Facebook verteidigt und kein Verständnis für die Proteste geäußert. Das Outfit sei nur eines von unzähligen gewesen, das Liam getragen habe, die Kritiker sollten aufhören zu heulen.

H&M-Model Liam hat "keine Ahnung, was hier passiert"

Gegenüber BBC erklärte die Mutter nun: "Ich respektiere die Meinung anderer Leute zu dem Fall. Ich weiß, dass Rassismus existiert, aber ist das Shirt für mich rassistisch? Nein, ist es nicht." Sie sei selbst schon Opfer von Rassismus geworden, doch nun werde sie von anderen Schwarzen angegriffen, weil sie H&M nicht verdamme, berichtet sie.

Der kleine Liam weiß allerdings nicht, welche Kreise sein Shooting gezogen hat - und auch nicht, warum er nun umziehen musste. "Er hat keine Ahnung, was hier passiert, er ist erst fünf", sagt Mutter Terry zur BBC. "Ich will, dass er seine Unschuld bewahrt"

H&M hat das Werbemotiv bereits vergangene Woche von der britischen und US-amerikanischen Webseite genommen und erklärt, man entschuldige sich "bei allen, die sich dadurch beleidigt fühlten".

Welche Probleme H&M neben dem Rassismus-Eklat noch hat, lesen Sie hier. 

bak
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