HOME

Häufige Beschwerden: Post am Pranger

Die Post rudert zurück. Konzernchef Frank Appel hat klargestellt, dass auch weiterhin an sechs Tagen in der Woche Briefe und Pakete zugestellt werden sollen. Doch aus der Schusslinie ist die Post damit noch lange nicht. Es häufen sich Beschwerden, dass die Zustellung zu häufig nicht klappt. Die Bundesnetzagentur droht schon damit, die bundesweite Postversorgung neu auszuschreiben.

Die Bundesnetzagentur hat Mängel in der Briefzustellung der Deutschen Post angeprangert und droht dem Bonner Konzern mit Konsequenzen. Die Zahl der Beschwerden bei dem Regulierer über "mangelhafte und ausgefallene Briefzustellung" häuften sich, erklärte der Chef der Netzagentur, Matthias Kurth. Post-Chef Frank Appel wies die Vorwürfe zurück. Die Post liefere "hervorragende Qualität". Zugleich stellte er klar, dass es keine konkreten Pläne gebe, die Zustellung von Briefen und Paketen an Samstagen zu stoppen.

Kurth hatte seine Unzufriedenheit in einem Schreiben an den Post-Vorstandschef geäußert, wie eine Sprecherin der Netzagentur mitteilte. Probleme schienen vor allem in Ballungsgebieten wie Berlin, Hamburg und Köln aufzutreten. Sogar der Hamburger Senat sei deshalb schon bei der Agentur vorstellig geworden.

Zustellung soll gestärkt werden

Bekomme die Post die Probleme nicht in den Griff, könne die Agentur sie zunächst in ihrem Amtsblatt offiziell öffentlich anprangern. Notfalls seien auch Konsequenzen bis hin zu einer Neuausschreibung des Universaldienstes möglich. Die Sicherstellung des Universaldienstes - also der bundesweiten Versorgung der Bürger mit Postdienstleistungen - ist seit der Liberalisierung des Briefmarktes Sache der Bundesnetzagentur.

Der Post-Chef wies sämtliche Vorwürfe zurück. Die Post liefere insgesamt "hervorragende Qualität", Verzögerungen gebe es allenfalls in Einzelfällen. Er wolle im Gegenteil die Zustellung stärken, beteuerte Appel. "Wir sind in guten Gesprächen mit den Sozialpartnern", sagte er weiter, ohne Einzelheiten nennen zu wollen.

"Wir haben keinerlei Absichten, unseren Service einzuschränken", betonte Appel zudem am Montag. Damit widersprach er Darstellungen, die Post wolle künftig nicht mehr an sechs Tagen in der Woche Briefe und Pakete zustellen. In den vergangenen Tagen hatte ein Strategiepapier der Post für Aufregung gesorgt, in dem im Zuge der Liberalisierung der Briefmärkte in der EU Möglichkeiten für eine Beschneidung von Dienstleistungen aufgezeigt wurden. Demnach reicht die bereits in mehreren Ländern praktizierte Briefzustellung an fünf Wochentagen aus. Appel legt mit seiner neuen Äußerung aber ein Bekenntnis zur Zustellung an sechs Werktagen ab.

Reuters / Reuters