Handel Aldi prüft Bierverkauf in Plastikflaschen


Deutschlands Biertrinker greifen vielleicht bald zur Plastikflasche. Der Aldi überlegt nach dem Rauswurf der Dosen aus seinen Regalen, ob er Bier in PET-Flaschen anbietet.

Aldi will weiterhin keine pfandpflichtigen Getränkedosen verkaufen, sagte eine Unternehmenssprecherin von Aldi-Nord am Donnerstag und bestätigte damit einen Bericht der «Wirtschaftswoche». Dies ist aber noch keine endgültige Entscheidung. Derzeit prüft Aldi als Ersatz auch einen Verkauf von Bier in so genannten PET-Flaschen. Vor Einführung des Dosenpfands hatte Aldi seine Dosenbestände verbilligt ausverkauft, um Kosten für die Rücknahme von Getränkedosen zu sparen.

Ein Massenverkauf

von Bier in Plastikflaschen wäre ein Novum im deutschen und europäischen Einzelhandel. Bislang wurde die Akzeptanz beim Verbraucher, die Haltbarkeit und die Logistik getestet. Bereits ein halbes Dutzend Brauereien hat Bier in Plastikflaschen verkauft, aber immer zeitlich begrenzt und in sehr geringen Mengen, hieß es in Industriekreisen am Donnerstag. Der PET-Anteil am deutschen Biermarkt ist minimal und liegt unter einem halben Prozent. Traditionell ist die Glasflasche der häufigste Griff für die deutschen Biertrinker. An der zweiten Stelle folgt beim Biereinkauf in Deutschland die Dose.

Der geschäftsführende

Gesellschafter der Krombacher Brauerei, Bernhard Schadeberg, hält eine Einführung von Bier in Plastikflaschen bei Aldi für denkbar. «Dadurch kann die PET-Geschichte explodieren. Das ist die Variante, dass der Verbraucher das annimmt», sagte der Chef der größten deutschen Privatbrauerei. «Es kann aber auch sein, dass der Verbraucher sagt, diese Innovation in der Verpackung kaufe ich Aldi nicht ab.»


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