HANDEL Kamps-Übernahme durch Barilla ist perfekt


Der italienische Nudelriese sicherte sich die Mehrheit von 53,9 Prozent der Stimmrechte bei Europas größtem Bäcker. Nur die Knäckebrotsparte darf er nicht behalten.

Die Übernahme des führenden europäischen Bäckereikonzerns, der Düsseldorfer Kamps AG, durch den weltgrößten Nudelhersteller Barilla ist perfekt. Zwei Tage vor Ablauf der Übernahmefrist konnte sich der Pasta-Konzern aus Parma zusammen mit seinen Finanzpartnern 53,9 Prozent der Stimmrechte beim rheinischen Backriesen sichern, wie das Unternehmen am Donnerstag mitteilte.

Kampf ums Knäckebrot

Zuvor hatte bereits die EU-Kommission grünes Licht für die Übernahme gegeben. Einzige Auflage: Barilla musste sich verpflichten, das Knäckebrot-Geschäft der Kamps-Tochter Lieken Urkorn an einen wettbewerbsfähigen Konkurrenten abzugeben. Denn das italienische Familienunternehmen kontrolliert mit der Knäckebrot-Marke Wasa bereits den unangefochtenen Marktführer in Deutschland. Einziger ernst zu nehmender Konkurrent ist das zum Zwieback-Konzern Brandt gehörende Burger-Knäckebrot, das in der früheren DDR marktführend war, in Westdeutschland jedoch weitgehend unbekannt ist.

Überraschendes Angebot

Barilla hatte im April den Düsseldorfer Großbäcker mit seinem Übernahmeangebot überrascht. Nach anfänglichem Widerstand hatte Unternehmensgründer und Firmenchef Heiner Kamps schließlich - angesichts einer Mehrheit verkaufsbereiter Aktionäre - auf eine Übernahmeschlacht verzichtet und auf der jüngsten Hauptversammlung persönlich die Annahme der Offerte empfohlen.

Der Name Kamps bleibt

Barilla bietet den Kamps-Aktionären 12,50 Euro je Aktie. Das Angebot bewertet das Unternehmen mit 1,8 Milliarden Euro. Die Kamps AG wird nach den Worten ihres Begründers unter dem alten Namen weiter bestehen, auch wird er selbst Vorstandsvorsitzender bleiben. Die Auslandsexpansion, vor allem die vollständige Übernahme des französischen Backriesen Harry?s, werde wie geplant fortgesetzt.


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