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Handelsblatt, Zeit & Co.: Dieter von Holtzbrinck kehrt zurück

Ein namhafter Herausgeber meldet sich zurück auf der Bühne: Dieter von Holtzbrinck, bis 2006 Chef der Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck, kauft von seinem Bruder die überregional bedeutenden Blätter des Stuttgarter Verlags - darunter "Handelsblatt", "Tagesspiegel" und "Die Zeit".

Dieter von Holtzbrinck (67), der frühere Chef der Stuttgarter Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck, erwirbt zum 1. Juni 2009 Beteiligungen an den überregionalen Zeitungen der Verlagsgruppe. Dies teilte der Holtzbrinck-Verlag am Donnerstag in Stuttgart mit. Konkret erwirbt Dieter von Holtzbrinck die Verlagsgruppe "Handelsblatt" und die Berliner "Tagesspiegel"-Gruppe zu je 100 Prozent sowie eine 50-prozentige Beteiligung am Hamburger "Zeit"-Verlag. Die Holtzbrinck-Gruppe wird aktuell von Dieter von Holtzbrincks Bruder Stefan geleitet. Dieter von Holtzbrinck hatte sich 2006 aus dem Familienkonzern zurückgezogen. Holtzbrinck, einer der großen Medienkonzerne der Bundesrepublik, hat im Jahr 2008 einen Umsatz von 2,56 Milliarden Euro gemacht.

Neuer Besitzer der überregionalen Holtzbrinck-Blätter ist künftig die Familiengesellschaft Dieter von Holtzbrinck Medien GmbH (DvH Medien). Die regionalen Zeitungen bleiben nach Angaben des Verlags bei der von Stefan von Holtzbrinck geführten Verlagsgruppe. Angaben über den Verkaufspreis wurden nicht gemacht. In der Erklärung des Verlags heißt es, durch den Kauf würden die Verbindlichkeiten gegenüber Dieter von Holtzbrinck und seiner Stiftung getilgt, wie sie beim Ausscheiden aus der Gruppe im Jahr 2006 vereinbart wurden.

Verlagsgruppe befreit sich von Verbindlichkeiten

Die Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck vergrößert mit dem nun erfolgten Schritt ihren Spielraum, um in Zeiten einer weltweiten Rezession und des Umbruchs im Medienbereich strategische Pläne zu realisieren, heißt es. Der Georg von Holtzbrinck-Verlag hatte sich zuletzt sehr stark im Internet-Geschäft engagiert. Die von Dieter von Holtzbrinck nun erworbenen Unternehmen würden einen ihnen vertrauten Verleger erhalten. Als Geschäftsführender Gesellschafter der Verlagsgruppe habe er seit den 70er-Jahren diese Häuser kontinuierlich ausgebaut und deren publizistische Eigenständigkeit im Familienbesitz garantiert.

DPA / DPA