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Handy-Hersteller: BenQ-Siemens vor Konkurs

Noch vor wenigen Wochen hat der taiwansche Mutterkonzern 400 Millionen Dollar in seine deutsche Tochter gesteckt - jetzt ist BenQ Mobile finanziell am Ende und muss Insolvenz anmelden. 3000 Jobs sind gefährdet.

Weniger als ein Jahr nach dem Verkauf an das taiwanische Technikunternehmen BenQ, ist die ehemalige Handy-Sparte von Siemens finanziell am Ende. Die Münchener BenQ Mobile werde in den kommenden Tagen beim Amtsgericht München Insolvenzantrag stellen, sagte ein Sprecher. "Jetzt ist wirklich Feuer unterm Dach." Der taiwanische Mutterkonzern BenQ, der die Handysparte von Siemens im vergangenen Oktober übernommen hatte, habe angekündigt, die Zahlungen an die Tochter in Deutschland mit 3000 Mitarbeitern einzustellen. BenQ wolle das Geschäft mit Mobiltelefonen aus Asien heraus fortsetzen.

Die Umsatz- und Margenentwicklung für das Weihnachtsgeschäft sei hinter den Erwartungen geblieben, sagte der Sprecher. Deshalb fehlten nun die nötigen flüssigen Mittel. Das laufende Geschäft solle aber aufrechterhalten bleiben. BenQ Mobile betreibt neben der Zentrale in München mit 1400 Mitarbeitern zwei Fabriken in Bocholt und in Kamp-Lintfort am Niederrhein, die mehrfach in den vergangenen Jahren große Lohnzugeständnisse gemacht hatten.

Die deutsche BenQ-Tochter hatte seit der Übernahme stetig Marktanteile verloren, die meisten Modelle floppten am Markt. BenQ begründete das Zudrehen des Geldhahns mit den steigenden Verlusten in Deutschland. "Seit Oktober 2005 haben wir eine übermäßige Menge an Kapital und Ressourcen in unsere deutsche Mobiltelefontochter gesteckt", sagte Konzernchef K.Y. Lee in Taipeh. "Trotz der Fortschritte bei Kostensenkungen und Ausgabenkürzungen haben steigende Verluste diese schmerzliche Entscheidung unvermeidlich werden lassen." Vor wenigen Wochen hatten die Asiaten noch einmal 400 Millionen Dollar in die deutsche Tochter gesteckt.

DPA/Reuters / DPA / Reuters