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Hintergrund: Stichwort: Deflation

Stichwort: Deflation

Bei einer Deflation gehen die Preise über einen längeren Zeitraum permanent zurück. Der Grund dafür ist eine wirtschaftliche Situation, in der das Angebot an Waren und Dienstleistungen größer ist als die Nachfrage. Dieses Überangebot drückt die Preise. Diese Situation kann zu einer Abwärtsspirale aus weiter fallenden Preisen und einer schrumpfenden Produktion führen: Da die Verbraucher mit immer weiteren Preissenkungen rechnen, halten sie sich mit Anschaffungen zurück. Um den Einnahmeausfall zu kompensieren, sparen die Firmen auch bei ihren Personalausgaben, was langfristig zu einem Anstieg der Arbeitslosigkeit führt und die Situation noch weiter verschärft.

Verheerendere Auswirkungen als Inflation

Für eine Volkswirtschaft kann eine Deflation nach Einschätzung von Ökonomen wegen dieser Eigendynamik noch verheerendere Auswirkungen haben als eine Inflation, die durch steigende Preise gekennzeichnet ist. Eine längere Phase der Deflation gab es in Deutschland vor allem in der Weltwirtschaftskrise ab 1928. Die so genannte "Große Depression" hatte bis 1933 in fast allen Industrieländern der Welt zu Massenarbeitslosigkeit, sinkenden Preisen und Löhnen sowie Bankenkrisen geführt. Seitdem gab in Deutschland keine längere Deflation.

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