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HOCHWASSER: Stornierungswelle nach Hochwasser

Jetzt bekommt auch die Tourismusbranche die Folgen der Katastrophe zu spüren: Die Zahl der Übernachtungen in Hotels und Pensionen ist deutlich gesunken.

Die Hochwasserkatastrophe belastet die ohnehin unter der Konjunkturflaute leidende Tourismusbranche zusätzlich. Von einer Stornowelle für Reisen in die von den Wasserfluten betroffenen Bundesländer berichtete der Deutsche Tourismusverband am Mittwoch. Dabei würden auch viele Reisen in Regionen storniert, die nicht unmittelbar von den Überschwemmungen berührt seien. Unterdessen berichtete das Statistische Bundesamt von einem weiteren Rückgang der Übernachtungszahlen in Hotels und Pensionen im ersten Halbjahr.

Übereilte Stornierungen

Der DTV rief Urlauber dazu auf, sich bei ihren Reiseveranstaltern oder Vermietern über die Lage vor Ort zu informieren und von übereilten Stornierungen abzusehen. Die Schäden, die das Hochwasser angerichtet habe, seien noch nicht abzuschätzen. Viele Unternehmen stünden aber vor dem Ruin. Nach Angaben des Verbandes sind zahlreiche Hotels und Restaurants mit Krediten in einem Umfang belastet, dass eine Aufbauhilfe durch weitere Kredite nicht greifen könne. Notwendig seien daher direkte finanzielle Zuwendungen.

Auch in Bayern Rückgang

Nach vorläufigen Ergebnissen des Statistischen Bundesamtes verringerte sich die Zahl der Gästeübernachtungen im ersten Halbjahr in Deutschland um drei Prozent auf 144 Millionen. Abgesehen von Mecklenburg-Vorpommern und Hamburg verzeichneten alle Bundesländer Rückgänge. Das größte Minus wies mit sieben Prozent Bayern aus.

Auch Konjunktur dämpft Reiselust

Nach Angaben des Instituts der deutschen Wirtschaft in Köln dämpft die Konjunkturflaute vor allem die Reiselust der Bundesbürger. Während in den ersten fünf Monaten ausländische Urlauber 1,2 Prozent mehr Geld in deutsche Hotels und Museen trugen, war den Bundesbürgern die Erholung in fremden Gefilden 1,6 Prozent weniger wert.