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Höhere Dividende: Übernahmen treiben Linde zu neuen Rekorden

Der Linde-Konzern hat vor allem dank seiner jüngsten Übernahmen das Geschäftsjahr 2012 mit neuen Spitzenwerten abgeschlossen. Dennoch will der Konzern an seinem Sparkurs festhalten.

Der Linde-Konzern hat vor allem dank seiner jüngsten Übernahmen das Geschäftsjahr 2012 mit neuen Spitzenwerten abgeschlossen. Nach den jüngsten Rekorden bei Umsatz und Ergebnissen will der Münchener Industriegase-Spezialist und Anlagenbauer trotz konjunktureller Risiken auch im laufenden Jahr seinen Wachstumskurs fortsetzen. "Auch wenn die Rahmenbedingungen sicherlich nicht einfacher werden, halten wir an unseren Zielen fest", sagte Unternehmenschef Wolfgang Reitzle am Donnerstag. Im laufenden Geschäftsjahr will er den Konzernumsatz weiter erhöhen und ein operatives Konzernergebnis von mindestens vier Milliarden Euro erreichen.

Zudem kündigte Reitzle neue Mittelfristziele an. Demnach strebt Linde für das Jahr 2016 einen Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) von mindestens fünf Milliarden Euro an. Die Rendite auf das eingesetzte Kapital soll rund 14 Prozent betragen. Gute Wachstumschancen sieht Reitzle für sein Unternehmen nach wie vor in den Bereichen Energie, Umwelt, Gesundheit sowie in den Schwellenländern. „Diese Chancen werden wir auch zukünftig entschlossen nutzen“, sagte Reitzle. Die Aktie gab kurz nach Handelsstart 0,96 Prozent auf 139,20 Euro nach.

Sparkurs bleibt trotz neuer Rekordwerte

Im Jahr 2012 legte das operative Ergebnis (EBITDA) um zehn Prozent auf 3,5 Milliarden Euro zu, wie Linde mitteilte. Damit erzielten die Münchner einen neuen Spitzenwert und erfüllten die Erwartungen des Marktes. Die Erlöse kletterten um knapp elf Prozent auf 15,3 Milliarden Euro. Damit setzte Linde fast genauso viel um wie der Marktführer Air Liquide.

Nach Steuern blieb ein Gewinn und Minderheiten von fast 1,3 Milliarde Euro nach knapp 1,2 Milliarde Euro im Vorjahr. Zum Zuwachs trugen neben den jüngsten Übernahmen vor allem die Schwellenländer bei. Von dem guten Ergebnis sollen auch die Aktionäre profitieren. Der Vorstand will die Dividende für das abgelaufene Geschäftsjahr auf 2,70 Euro je Aktie anheben. Im vergangenen Jahr hatten die Münchener eine Dividende von 2,50 Euro gezahlt.

Trotz aller Zuversicht hält der Münchener Konzern auch zukünftig an seinem Sparkurs fest. Von 2013 bis 2016 will Linde die Kosten um weitere 750 Millionen bis 900 Millionen Euro verringern. In den vergangenen drei Jahren hatte Linde 780 Millionen Euro eingespart. Das Unternehmen beschäftigte Ende Dezember 62.000 Mitarbeiter.

In Schwellenländern auf Erfolgskurs

Den stärksten Zuwachs verbuchte Linde 2012 im Geschäft mit Gasen: Der Umsatz stieg im Vergleich zum Vorjahr um 13,8 Prozent auf 12,6 Milliarden Euro. Linde konnte weltweit zulegen, am deutlichsten allerdings in Amerika dank der Übernahme von Lincare. Die Erlöse kletterten dort um mehr als ein Drittel im Vergleich zum Vorjahr.

Der Umsatz in Asien stieg um fast 14 Prozent. Auch in Europa gab es ein Plus. Die schwächere Geschäftsentwicklung in den Euroländern konnte Linde mit guter Nachfrage vor allem in Osteuropa mehr als ausgleichen. Aufwärts ging es auch in der kleineren Sparte Anlagenbau.

Zu den Geschäften von Linde zählen Industriegase, Flaschengase, Flüssiggas, aber auch Anlagen zur Herstellung von Stickstoff und Sauerstoff für die Erschließung von Öl- und Gasfeldern. Außerdem ist Linde nach eigenen Angaben einer der größten Anbieter von Wasserstoffanlagen. Zudem sind die Münchener im Anlagenbau tätig.

ds/DPA / DPA