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Hypo Real Estate: Bad Bank für toxisches Papiere

Die verstaatlichte Hypo Real Estate (HRE) will nach der WestLB als zweite Bank in Deutschland ganze Geschäftsbereiche sowie toxische Wertpapiere in eine "Bad Bank" auslagern.

Die verstaatlichte Hypo Real Estate (HRE) will nach der WestLB als zweite Bank in Deutschland ganze Geschäftsbereiche sowie toxische Wertpapiere in eine "Bad Bank" auslagern. Die Münchner Immobilienbank wird dadurch massiv schrumpfen. Der einstige Dax-Konzern kündigte am Donnerstag an, die Abwicklungsanstalt solle ein Volumen von bis zu 210 Milliarden Euro haben. Ein entsprechender Antrag sei gestellt worden. Bei der Düsseldorfer WestLB beläuft sich das Volumen auf rund 85 Milliarden Euro. Andere Institute wie die Commerzbank haben dagegen interne Lösungen gewählt.

In die Bad Bank der HRE sollten Geschäftsbereiche einfließen, die nicht mehr zur neuen Strategie passten, hieß es. Hinzu kämen Wertpapiere, die der Bank Milliardenverluste beschert haben. Bis Mitte 2010 sollten die Details mit den Behörden festgezurrt werden. Die Bad Bank solle dann im zweiten Halbjahr stehen.

Im Herbst 2008 hatte die HRE wegen Fehlspekulationen der irischen Staatsfinanzierungstochter Depfa mehrfach vor dem Aus gestanden und wurde schließlich mit Hilfen anderer Banken und des Bundes in Höhe von rund 100 Milliarden Euro gerettet. Es ist hierzulande der größte Sanierungsfall der Finanzkrise. Eine Pleite der HRE hätte voraussichtlich viele andere Geldhäuser mit in den Abgrund gerissen.

Der Konzern hat mittlerweile das als zukunftsträchtig erachtete Geschäft mit Immobilien- und Staatsfinanzierungen in Europa in der Deutschen Pfandbriefbank gebündelt. Diese hat noch ein Volumen von rund 130 Milliarden Euro - etwa ein Drittel der einstigen Größe. "Die Errichtung einer Abwicklungsanstalt ist ein wichtiger Schritt für die Neuausrichtung des Konzerns", so Vorstandschef Axel Wieandt.

Die Pfandbriefbank habe eine Zukunft und leiste einen wichtigen Beitrag zur Kreditversorgung der Immobilienwirtschaft und des öffentlichen Sektors. Durch die Übertragung der 210 Milliarden Euro dürfte auch der weitere Kapitalbedarf der Pfandbriefbank sinken. Die Gruppe hatte bisher einen Bedarf von zehn Milliarden Euro ausgemacht und bereits sechs Milliarden bekommen. Das Institut könne durch die Lösung auch schneller reprivatisiert werden. Details wurden nicht genannt.

Die EU-Kommission muss der Bad Bank zustimmen. In Brüssel sieht man den Fall Hypo Real Estate kritisch. Die Kommission hat erhebliche Zweifel an der Überlebensfähigkeit des Unternehmens. Bedenken bestünden unter anderem zur Refinanzierung und der künftigen Ergebnisentwicklung.

Reuters / Reuters