HOME

Insolvenz: Karstadt-Pleite kostet Steuerzahler 650 Millionen Euro

Noch vor der Gläubigerversammlung am Montag wird klar, wie teuer die Karstadt-Insolvenz für den deutschen Steuerzahler ist. Der Poker um die Übernahme der Kaufhauskette geht unterdessen weiter.

Die Insolvenz der Warenhauskette Karstadt kostet die Steuerzahler mehr als 650 Millionen Euro. "Der Staat ist einer der größten Gläubiger", sagte ein Sprecher des Insolvenzverwalters Klaus Hubert Görg am Wochenende und bestätigte entsprechende Zahlen aus einem Vorabbericht der "Wirtschaftswoche". Laut dem Magazin haben Steuerbehörden, Arbeitsagentur und Sozialkassen in dem Insolvenzverfahren Forderungen über rund 665 Millionen Euro eingereicht. Bei der in Aussicht gestellten Rückzahlungsquote von drei Prozent würden sie davon am Ende lediglich 21 Millionen Euro zurückerstattet bekommen.

Sollte kein Käufer gefunden und Karstadt zerschlagen werden, werde die Rückzahlungsquote vermutlich unter einem Prozent liegen, sagte der Sprecher weiter. Ingesamt geht Görg von einem Forderungsvolumen aller Gläubiger von zwei Milliarden Euro aus. Er wird seinen Insolvenzplan, der einen Verkauf des Unternehmens mit seinen 26.000 Mitarbeitern als ganzes vorsieht, am Montag auf der Gläubigerversammlung in Düsseldorf präsentieren.

Görg sprach vor wenigen Wochen von sechs Bietern, die die Bücher der Warenhauskette prüfen. In Finanzkreisen gab es jedoch zuletzt vermehrt Zweifel, ob die Interessenten auch Angebote einreichen werden. Auf Medienberichte, wonach einige Bieter das Interesse verloren hätten und neue in den Bieterprozess eingestiegen seien, wollte Görgs Sprecher nicht näher eingehen. Er betonte lediglich: "Wir hatten in den vergangenen Wochen sehr gute Gespräche mit einer guten Handvoll Interessenten."

Vor allem Finanzinvestoren wie TPG, Blackstone, Apollo oder Permira gelten als potenzielle Käufer. Sie würden sich Branchenkreisen zufolge aber lieber die rentabelsten der 120 Karstadt-Häuser heraussuchen und sie mit der Metro-Tochter Kaufhof in einer "Deutschen Warenhaus AG" bündeln.

Reuters / Reuters