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Insolvenzantrag: Saab trennt sich von GM

Der schwedische Autohersteller Saab will aus der Pleite heraus in die Selbstständigkeit. Durch den am Freitag gestellten Insolvenzantrag soll der Weg frei werden für eine Trennung von General Motors. Als mögliche Rettung ist eine Zusammenarbeit mit der deutschen GM-Tocher Opel im Gespräch.

Der schwedische Autobauer Saab hat am Freitag Insolvenz beantragt. Eine Unternehmenssprecherin teilte am Freitag mit, die bisherige GM-Tochter habe bei Gericht den Antrag zu einer Neuorganisation der Marke als unabhängiges Unternehmen gestellt. Zuvor hatte die schwedische Regierung Finanzhilfen für Saab abgelehnt.

Die Neuorganisation von Saab habe das Ziel, ein "völlig unabhängiges" Unternehmen zu schaffen, das zukunftsfähig sei und offen für Investitionen, erklärte Saab-Chef Jan Ake Jonsson den Beschluss des Aufsichtsrates von Freitagmorgen. Die Umorganisation solle innerhalb von drei Monaten umgesetzt werden und erfordere eine "unabhängige Finanzierung", um erfolgreich zu sein.

Der Schritt wird offenbar vom bisherigen Mutterkonzern, der ebenfalls um die Existenz kämpft, unterstützt. General Motors teilte am Freitag in einer Presseerklärung mit, mit dem Insolvenzantrag solle der Weg für Saab in eine selbstständige Zukunft frei gemacht werden. Als mögliche Rettung gilt nach Medienberichten ein Zusammengehen mit Opel. Der deutsche Konzern gehört ebenfalls zu den GM-Töchtern. Um die traditionsreiche deutsche Marke zu retten, waren bereits in den vergangenen Tagen immer wieder Kooperationen ins Gespräche gebracht worden - darunter auch eine Zusammenarbeit der europäischen GM-Töchter. Saab hat im vergangenen Jahr 94.000 Autos abgesetzt und beschäftigt 4000 Mitarbeiter. Das Unternehmen fährt seit mehreren Jahren hohe Verluste ein.

Die Insolvenz von Saab hatte sich gestern deutlich abgezeichnet. Die schwedische Regierung hatte durchblicken lassen, dass sie nicht bereit sei, General Motors unter die Arme zu greifen, da sie die Forderungen des amerikanischen Konzerns für unrealistisch halte. "Die Verhandlungen zwischen GM und der schwedischen Regierung werden von Eingeweihten als höchst unbehagliche Partie Poker beschrieben", kommentierte die schwedische Zeitung "Svenska Dagbladet" in ihrer Freitagsausgabe. "GM wollte keine Garantien geben, sondern hat die Hoffnung auf eine Rettung für Saab einfach genutzt, um der Regierung in Stockholm einige Milliarden aus den Rippen zu leiern."

DPA/AP/Reuters / AP / DPA / Reuters
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