Internetfirmen Yahoo taumelt weiter


Nach einer weiteren Gewinnwarnung purzelten beim führenden Internetprotal Yahoo die Kurse. Nun muß auch ein neuer Vorstandschef gesucht werden.

Mehrere US-Technologiefirmen, darunter das Internet-Portal Yahoo, haben am Mittwoch nach US-Börsenschluss Gewinnwarnungen ausgegeben und damit auf breiter Front Kursverluste auch bei anderen Technologiewerten ausgelöst.

Yahoo! Inc, das weltweit führende Internetportal, musste bereits zum zweiten Mal innerhalb kurzer Zeit seine Umsatz-und Gewinnprognose für das erste Quartal reduzieren. Demnach erwartet Yahoo 170 bis 180 Millionen Dollar Umsatz, statt der von Analysten prognostizierten 232 Millionen Dollar und einen Gewinn von fünf Cent pro Aktie. Yahoo gab als Grund für die schlechteren Prognosen niedrigeren Werbeausgaben der Kunden und die insgesamt unsicherere Wirtschaftslage im ersten Quartal 2001 an. Laut Decker peilt Yahoo aber für das Gesamtjahr 2001 ein ausgeglichenes Ergebnis an.

»Seit unserer letzten Prognose Anfang Januar ist es deutlicher geworden, dass sich die Bedingungen in der Wirtschaft weiter verschlechtert haben«, erklärte Yahoo-Finanzchefin Sue Decker. Viele Unternehmen hätten ihre Zusagen über Ausgaben etwa beim Marketing eingefroren. Die Yahoo-Aktie, die bereits vor der Mitteilung des Unternehmens mit 21 Dollar auf einem 52-Wochen-Tief gelegen hatte, fiel im nachbörslichen Handel auf unter 19 Dollar.

Weitere Kursverluste im Yahoo-Sog

Nun wird allgemein erwartet, dass durch die Schwierigkeiten beim Branchenführer Yahoo auch andere Internet- und Medienunternehmen größere Probleme bekommen. So gaben sofort die Titel von Cisco, Sun Microsystems und Microsoft im nachbörslichen Handel nach. An der Tokioter Börse fielen ebenfalls die Kurse, was Händler natürlich auf die Yahoo-Warnung zurückführten. Analysten in Tokio halten es allerdings für unwahrscheinlich, dass die Auswirkungen der Yahoo-Gewinnwarnung auf die Marktstimmung so schmerzhaft ist, wie dies vor einigen Monaten noch der Fall gewesen wäre. In den vergangenen Monaten hatte eine Reihe von Unternehmen ihre Gewinnprognosen gesenkt und dies überwiegend mit einer gesunkenen Nachfrage nach den jeweiligen Produkten der Unternehmen im Zusammenhang mit dem langsameren Wachstum der US-Wirtschaft begründet.

Neuer Kapitän gesucht

Yahoo berichtete nach Börsenschluss weiter, es habe eine Headhunter-Firma eingeschaltet, um einen neuen Vorstandschef zu finden. Der bisherige Chef Kim Koogle soll den Posten abgeben, aber Vorsitzender des Verwaltungsrates bleiben. In den USA gehört Koogle (49) zu den prominentesten Unternehmensführern, nachdem der Börsenwert von Yahoo Ende 1999 auf 115 Milliarden Dollar gestiegen war. Koogle arbeitet seit 1995 bei Yahoo.


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