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Investoren kaufen Traditionsmarke: Chinesen retten Saab in letzter Minute

Aufatmen bei Saab: Eigentlich stand heute ein Gerichtsentscheid an, der möglicherweise die Pleite der Traditionsmarke besiegelt hätte. Nun ist der Autobauer vorerst gerettet. Chinesische Unternehmen wollen die Schweden für 100 Millionen Euro komplett übernehmen.

Der schwer angeschlagene schwedische Autobauern Saab wird komplett an chinesische Investoren verkauft. Die Unternehmen Pang Da und Youngman zahlten für 100 Prozent der Aktien des Unternehmens 100 Millionen Euro, teilte der Saab-Eigentümer Swedish Automobile am Freitag mit. Erst vor wenigen Tagen hatte Swedish Automobile einen Verkauf an die zwei chinesischen Partner noch abgelehnt.

Die Chinesen würden genügend Finanzierungsmittel zur Verfügung stellen, so dass der Konzern unter Gläubigerschutz restrukturiert werden könne, bestätigte ein schwedisches Gericht. Der Zwangsverwalter von Saab, Guy Lofalk, zog seinen Antrag auf Abbruch des laufenden Sanierungsverfahrens, über den das Gericht bis zum Nachmittag entscheiden wollte, zurück. Bei einem Abbruch wäre die Insolvenz für das Unternehmen mit 3500 Beschäftigten unausweichliche Folge gewesen.

Bänder stehen seit Juni still

Swedish Automobile hatte Saab erst Anfang 2010 vom US-Autokonzern General Motors (GM) gekauft und damit vor dem Bankrott bewahrt. GM bekam damals 74 Millionen Dollar (rund 53 Millionen Euro) in bar. Der niederländische Sportwagenhersteller Spyker, der sich mittlerweile in Swedish Automobile umbenannte, konnte das Steuer aber nicht herumreißen.

Im Frühjahr musste Saab die Produktion erstmals stoppen, weil Zulieferer wegen unbezahlter Rechnungen nicht mehr lieferten. Seit Juni stehen die Bänder endgültig still, das Unternehmen wurde nach einer ersten Ablehnung Ende September unter Gläubigerschutz gestellt. Heute sollte das Gericht entscheiden, ob dieser wegen mangelnder Erfolgsaussichten für einen Umbau von Saab aufgehoben wird.

mad/DPA/AFP/Reuters / DPA / Reuters
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