Jürgen Weber Sanierer und Lufthanseat mit Leib und Seele


In seinen fast zwölf Jahren an der Spitze hat Jürgen Weber die Lufthansa bleibend geprägt. Seit Anfang der 90er Jahre baute er die schwer angeschlagene Staatslinie in einen profitablen Luftfahrtkonzern um.

In seinen fast zwölf Jahren an der Spitze hat Jürgen Weber (61) die Lufthansa bleibend geprägt. Seit Anfang der 90er Jahre baute er die schwer angeschlagene Staatslinie in einen profitablen Luftfahrtkonzern um. Neben dem Ruf als harter Sanierer sind wichtige Weichenstellungen mit seinem Namen verbunden. Die Gründung der "Star Alliance" um die Lufthansa gab 1997 den Anstoß zur Bildung der großen Airline-Bündnisse, welche die internationale Luftfahrt bis heute bestimmen. Der Kampf gegen Wettbewerbsverzerrung und Subventionen war und ist eines seiner großen Themen.

Ingenieur mit Manager-Qualitäten

Mit seinem Lebenswerk hat Weber längst frühe Zweifler widerlegt, die dem Ingenieur beim Amtsantritt im September 1991 kaum Management-Qualitäten zugetraut hatten. Zuvor hatte er seit 1967 Lufthansa-Karriere vom Techniker zum Technikvorstand gemacht. Heute gehört er zu den profiliertesten deutschen Wirtschaftsbossen und ist mehrfach als "Manager des Jahres" oder "Deutschlands bester Manager" geadelt. Hart in der Sache, bodenständig und stets korrekt im Auftreten, kann Weber auch in Rage geraten, wenn es um "seine" Lufthansa geht.

Tarifstreit 2001 traf ihn tief

Tief traf den Schwarzwälder, der öffentlich gern mit Krawatten in konzerngelben Farben auftritt, der unerwartet harte Tarifstreit mit den Piloten im Sommer 2001. Er sei aber "kein Meister Isegrim", sagt sein Nachfolger im Spitzenamt und Vertrauter Wolfgang Mayrhuber. Die Lufthansa, die sein halbes Leben bestimmte, soll Weber künftig als Chef des Aufsichtsrats kontrollieren. Dann könnte der zweifache Vater vielleicht mehr Zeit finden für seine Hobbys wie das Skifahren.


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