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Juli: Arbeitslosenzahlen steigen leicht

Die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland ist im Juli um 46.000 auf 2.939.000 gestiegen. Das gab die Bundesagentur für Arbeit in Nürnberg bekannt. Experten glauben dennoch an die Fortsetzung des Jobbooms.

Mit der Sommerflaute hat der Jobaufschwung leicht an Tempo verloren. Die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland ist im Juli um 46.000 auf 2.939.000 gestiegen. Das waren 247.000 weniger als vor einem Jahr, wie die Bundesagentur für Arbeit (BA) jetzt in Nürnberg mitteilte. Die Arbeitslosenquote legte um 0,1 Punkte auf 7,0 Prozent zu. Vor einem Jahr hatte sie bei 7,6 Prozent gelegen. Saisonbereinigt ist die Arbeitslosenzahl um 11.000 auf 2,957 Millionen gesunken. Im Westen nahm die um jahreszeitliche Einflüsse bereinigte Erwerbslosenzahl um 8000, im Osten um 3000 ab.

Die saisonale Sonderentwicklung dürfe nicht darüber hinwegtäuschen, dass der Arbeitsmarkt in der Bundesrepublik weiter in guter Verfassung sei", betonten die Volkswirte. Die Griechenland- Krise wirke sich hier bislang kaum aus. Die deutsche Konjunktur hänge eher vom Zustand der Volkswirtschaften in China und den USA ab.

Normale Sommerentwicklung

Etwas abgeschwächt hat sich im Juli auch die Nachfrage deutscher Unternehmen nach Arbeitskräften. Dennoch bewege sich die Zahl der offenen Stellen weiterhin auf hohem Niveau, berichtete die BA am Mittwoch bei der Veröffentlichung ihres neuesten Beschäftigungsindexes BA-X. Der entsprechende Indikator sank im Juli um drei auf 163 Punkte. Im Juli vor einem Jahr hatte der BA-X noch um 22 Punkte niedriger gelegen.

Für den Commerzbank-Volkswirt Ralph Solveen stellt der Anstieg der Arbeitslosigkeit im Juli nichts anderes als die normale Sommerentwicklung dar. "Viele Jugendliche beenden im Frühsommer ihre Ausbildung. Manche werden nicht übernommen und melden sich erst einmal arbeitslos." Zudem zögerten Unternehmen vor den Werksferien mit der Einstellung neuer Mitarbeiter, viele warteten damit erst einmal bis September ab.

Weiterer Rückgang der Arbeitslosenzahlen

Für die kommenden Monate rechnen die Volkswirte mit einem weiteren Rückgang der Arbeitslosenzahlen. Nach Prognosen von Allianz-Volkswirt Rolf Schneider könnten sie nach dem saisonbedingten Anstieg während der Sommermonate im Herbst bis auf 2,7 Millionen sinken. Daran änderten auch die Griechenland-Turbulenzen nichts: "Ich glaube nicht, dass sich die deutsche Konjunktur deswegen so stark verlangsamt", sagte Schneider. Folglich sei mindestens bis zum Jahresende mit einem robusten Arbeitsmarkt zu rechnen.

ins/DPA / DPA