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Kapitalbedarf von fünf Milliarden Euro Bund und Commerzbank sprechen über Staatshilfe


Bekommt die Commerzbank erneut Staatshilfe? Derzeit finden offenbar intensive Gespräche zwischen Bank und Regierung statt. Schon länger ist bekannt, dass dem Institut viel Geld fehlt.

Die Commerzbank spricht mit der Bundesregierung nach Informationen aus Finanz- und Koalitionskreisen zum dritten Mal binnen drei Jahren über Staatshilfen. Es gebe seit mehr als einer Woche "intensive Gespräche" mit dem Bundesfinanzministerium, sagten mehrere mit dem Sachverhalt vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters am Montag. Eine Entscheidung sei noch nicht gefallen. Die Regierung strebe eine Grundsatzeinigung noch vor Weihnachten an.

Die zweitgrößte deutsche Bank hatte bereits Ende 2008 und Anfang 2009 Kapitalspritzen von insgesamt 18,2 Milliarden Euro vom Staat erhalten. Mehr als 14 Milliarden davon hatte sie im Sommer zurückgezahlt. Nun kämpft sie damit, eine riesige Kapitallücke zu schließen, die die EU-Bankenaufsicht EBA ausgemacht hat. Commerzbank-Vorstandschef Martin Blessing hatte mehrfach ausgeschlossen, die Bank erneut mit staatlichen Finanzmitteln retten zu lassen. Erst Anfang Dezember hatte der teilverstaatlichte Dax-Konzern angekündigt, die Lücke durch den Rückkauf von Anleihen verkleinern zu wollen.

Der "Spiegel" hatte berichtet, dass die Bundesregierung eine Verstaatlichung der Commerzbank nicht ausschließe. Wenn es das zweitgrößte deutsche Kreditinstitut nicht schaffe, sich bis zum nächsten Sommer genug Kapital zu beschaffen, werde Berlin den Bankenrettungsfonds Soffin reaktivieren und weitere Aktien des Finanzkonzerns übernehmen, berichtete das Magazin Anfang Dezember und berief sich auf Regierungskreise. Man gehe davon aus, dass dem Bund bei einer Kapitalerhöhung die Mehrheit der Anteile zufallen würde.

5,3 Milliarden Euro fehlen

Beim Stresstest der Europäischen Bankenaufsicht EBA war herausgekommen, das die Commerzbank 5,3 Milliarden Euro benötigt, um durch die Schuldenkrise zu kommen und eine Kernkapitalquote von neun Prozent der risikogewichteten Vermögenswerte zu bekommen.

Die Aktien der Commerzbank gingen am Montag auf Talfahrt, obwohl die Nachricht von Reuters erst nach Börsenschluss herausgegeben wurde. Die Papiere verloren 7,8 Prozent. Auch andere Bank-Aktien gaben stark nach.

fro/ben/Reuters Reuters

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