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Europas Kredithäuser im Stresstest: Sechs deutsche Banken fallen durch

Die Schuldenkrise bedroht die Kreditinstitute. Um sich für Verluste zu rüsten, müssen die Häuser ihre Sicherheitspolster aufstocken. Auch sechs deutsche Banken fallen durch den Stresstest.

Von Reinhard Hönighaus, Frankfurt/Main

Europas Banken brauchen insgesamt 114,7 Milliarden Euro frisches Kapital, um die Schuldenkrise zu überstehen. Das hat der am Donnerstagabend in London veröffentlichte Stresstest der Europäischen Bankenaufsicht EBA ergeben. In Deutschland müssen sechs von 13 getesteten Kreditinstituten insgesamt 13,1 Milliarden Euro auftreiben, um bis Juni 2012 auf die von der EBA geforderte Kernkapitalquote von neun Prozent der risikogewichteten Vermögenswerte zu kommen. Allein die Commerzbank benötigt 5,3 Milliarden Euro, die Deutsche Bank 3,2 Milliarden Euro. Die DZ-Bank muss 353 Millionen Euro aufbringen und die WestLB 224 Millionen Euro. Die Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) braucht wider Erwarten kein frisches Geld.

Der Nord/LB bescheinigte die EBA ein Kapitalloch von 2,5 Milliarden Euro, der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba) von 1,5 Milliarden Euro. Der Grund dafür ist eine Formalie: Die Eigner beider Landesbanken haben bereits Kapitalmaßnahmen beschlossen. Diese waren aber zum Stresstest-Stichtag am 30. September noch nicht vollzogen und werden erst bis Jahresende wirksam.

"Der Großteil des Kapitalbedarfs der Helaba und der NordLB ist bereits durch öffentlich angekündigte Kapitalmaßnahmen gedeckt", sagte Sabine Lautenschläger, Vizepräsidentin der Bundesbank. Die WestLB sei allein aus Gründen der Vergleichbarkeit mit dem EU-weiten Stresstest vom Sommer 2011 in die Berechnungen einbezogen worden. Die Düsseldorfer Landesbank wird bis Sommer 2012 ohnehin zerschlagen.

Erste Schätzung nach oben korrigiert

Der Kapitalbedarf der Banken in Deutschland und den meisten übrigen Ländern Europas liegt damit insgesamt um rund 8 Milliarden Euro höher als prognostiziert. Ende Oktober noch hatte die EBA eine Kapitallücke von europaweit 106 Milliarden Euro berechnet.

Seither hat die Behörde die Erhebung aber noch einmal um die Daten des dritten Quartals aufgefrischt. In diesem Zeitraum war die Schuldenkrise in Europa eskaliert. Die Banken verkauften Staatsanleihen in zweistelliger Milliardenhöhe, nahmen entsprechende Wertberichtigungen vor und fuhren Verluste ein, die ihr Eigenkapital schmälern. Bei deutschen Banken hat sich der Kapitalbedarf von den ursprünglich angenommenen 5,2 Milliarden auf 13,1 Milliarden Euro mehr als verdoppelt, da sie die Verluste aus Staatsanleihen der Euro-Krisenstaaten nicht voll mit Kursgewinnen aus Bundesanleihen aufrechnen durften.

Kapitalaufstockung soll Widerstandskraft stärken

Mit dem aktuellen Stresstest wollten die Aufseher im Auftrag der EU-Staats- und Regierungschefs ermitteln, wie viel Geld den Banken fehlt, um auch bei einer Bewertung von Staatsanleihen zu Marktpreisen ausreichend kapitalisiert zu sein. Die Banken müssen die geforderte Kernkapitalquote von neun Prozent bis Ende Juni 2012 erreichen und den nationalen Aufsehern bis zum 20. Januar Pläne vorlegen, wie sie das schaffen wollen. Die Deutsche Bank zum Beispiel will einen Großteil ihrer Vermögensverwaltung verkaufen, die Commerzbank wird möglicherweise zu neuen Staatshilfen greifen müssen.

Nach einer Serie von Terminverschiebungen, nicht enden wollenden Datennachforderungen bei den Banken und dauernden Änderungen der Erhebungsmethode reagierten die Banken am Donnerstagabend gereizt auf das Stresstest-Ergebnis. "Der Stresstest hat nicht zur Marktstabilisierung beigetragen," sagte Michael Kemmer, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes deutscher Banken. "Das Gegenteil ist der Fall."

Der Lobbyist kritisierte: "Die willkürlich gesetzte Vorgabe, neun Prozent hartes Eigenkapital vorzuhalten und gleichzeitig die aus europäischen Staatsanleihen resultierenden Risiken zu berücksichtigen, ist kaum nachvollziehbar." Mögliche Risiken würden damit gleichsam doppelt mit Kapital unterlegt. "Negative Folgen - auch für das Wachstum der europäischen Volkswirtschaften - sind nicht auszuschließen", sagte Kemmer.

FTD
Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.