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Generalprobe für Personal und IT 100.000 Corona-Impfungen an einem Tag: Dänemark macht den Impf-Stresstest

Ein Mann erhält im Impfzentrum Arena Nord in Frederikshavn eine Corona-Impfung
Ein Mann erhält im Impfzentrum Arena Nord in Frederikshavn eine Corona-Impfung
© Henning Bagger/Ritzau Scanpix/AP / DPA
Es ist großer Impftag in Dänemark: Bei einer Generalprobe will das Land prüfen, ob die Impfzentren in kurzer Zeit viele Menschen gegen Corona impfen können. Bis zu 100.000 Piekser sind das Ziel.

Es klingt nicht nach viel. Doch für das kleine Dänemark ist es ein Meilenstein im Kampf gegen das Coronavirus: Im Laufe des Montags sollen in Deutschlands Nachbarland bis zu 100.000 Menschen eine Dosis mit einem Corona-Impfstoff erhalten. Für das Königreich mit seinen knapp 5,8 Millionen Einwohnern ist das eine ganze Menge.

Anfang des Jahres hatte Dänemarks Gesundheitsbehörde mitgeteilt, dass die Impfzentren des Landes am Tag 100.000 Impfdosen verabreichen sollten – und genau dieses Szenario wird nun geprobt. "Wir tun dies, um uns auf die kommende Zeit vorzubereiten, wo die Lieferpläne zeigen, dass wir bereit sein müssen, größere Lieferungen zu erhalten", schreibt Gesundheitsminister Magnus Heunicke auf Twitter.

Schon Stresstest im Februar

Die Generalprobe wird auch zum Stresstest. Denn mit der Aktion soll getestet werden, ob das Personal in 68 Impfzentren mit der Arbeitsbelastung und dem Druck klarkommt. Allein in der Hauptstadtregion sollen 30.000 Impfdosen verabreicht werden. Auch für die Logistik und die IT-Systeme ist der Impftag ein Stresstest, heißt es in einer Mitteilung der Gesundheitsbehörde. Bereits Ende Februar hatte Dänemark einen ähnlichen Probelauf absolviert, allerdings hatten damals mehr als 30.000 Menschen an einem Tag eine Spritze bekommen. 

"Unter dem Gesichtspunkt der Herdenimmunität ist heute der Beginn des Turbos, von dem wir hoffen, dass er uns sehr schnell in eine Situation bringt, in der diejenigen geimpft sind, die ein Risiko haben, mit Covid-19 ins Krankenhaus zu kommen", sagt Søren Riis Paludan, Professor für Virologie von der Universität Aarhus dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk DR.

Musik für Impflinge im Norden Dänemarks

In der Region Süddänemark sind 20.000 Impfungen vorgesehen. Hier plane man mit zwei Minuten pro Nadelstich, berichtet der regionale Fernsehsender TV Syd. Dennoch müsse mit Warteschlangen gerechnet werden. Und wer sich in Nordjütland impfen lässt, für den hat die Region auch ein kleines Schmankerl: Musiker*innen des Symphonieorchesters Aalborg besuchen am Montag und die nächsten Tage die Impfzentren der Region.  

Musiker des Symphonieorchester Aalborg spielen, während Menschen im Impfzentrum geimpft werden
Musiker des Symphonieorchester Aalborg spielen, während Menschen im Impfzentrum in der Arena Nord in Frederikshavn gegen Covid-19 geimpft werden
© Henning Bagger / Ritzau Scanpix / AFP

Die Impfungen werden dabei allerdings nur mit den Vakzinen von Biontech/Pfizer und Moderna durchgeführt. Die Nutzung des Impfstoffs von Astrazeneca wurde in Dänemark nach Berichten von Thrombosen bei Geimpften ausgesetzt und bislang nicht wieder aufgenommen.

Nach Abschluss der Generalprobe werden die Ergebnisse und Erfahrungen aller 68 Impfstellen für eine Gesamtbewertung gesammelt. Bei Bedarf werden die Pläne angepasst. 

Links steht ein grauhaariger älterer Mann im Anzug,

In Dänemark haben nach Angaben des Statens Serum Instituts (SSI) – dem zentralen Labor des dänischen Gesundheitsdienstes – Stand Montag mehr als 883.000 Menschen mindestens eine Impfdosis erhalten, knapp 450.000 sind vollständig geimpft. Das entspricht einem Anteil an der Bevölkerung von 15,1 beziehungsweise 7,7 Prozent. Zum Vergleich: In Deutschland gibt es 15,9 Prozent mindestens Erstgeimpfte und 6,1 Prozent der Bevölkerung sind vollständig geimpft, so die Daten des Impfdashboards des Robert-Koch-Instituts und des Bundesgesundheitsministeriums.

Quellen: Gesundheitsbehörde Dänemark, DR, TV2, TV Syd, SSI, Impfdashboard

rw

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