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Kartenverkauf: Tchibo wurde zum Bahnschalter

Mit Schlangen vor Tchibo-Filialen hat am Freitagmorgen der Verkauf von einer Million Bahntickets begonnen. Die Tickethefte für 58 Euro sollen der Bahn neue Kunde und mehr Auslastung bringen - sind aber nur eingeschränkt gültig.

Im Berliner Hauptbahnhof, wo die Verkaufs-Aktion von Tchibo und Deutscher Bahn mit Vorstandsmitgliedern der beiden Unternehmen eröffnet wurde, fand sich um 06.30 Uhr der erste Kunde ein. Bis zum Verkaufsstart um 09.00 Uhr war die Schlange auf etwa 40 Personen angewachsen. Die Bahn will nach den Worten von Fernverkehrs-Vorstand Nikolaus Breuel mit solchen Aktionen "nicht warten, bis die Kunden sich für uns entschieden haben", sondern sie vor Ort zum Beispiel in Fußgängerzonen abholen.

Kein dauerhaftes Angebot

Im Gültigkeitszeitraum rechnet die Bahn mit rund 40 Prozent zusätzlichen Fahrten durch die Aktion und erhofft sich acht bis zehn Prozent Neukunden, die das Verkehrsmittel auf Dauer nutzen. Tchibo-Nonfood-Vorstand Thomas Vollmoeller sagte, das Angebot sei typisch für seine Kette: "Einfach und verständlich". Er verneinte die Frage, ob Tchibo dauerhaft Bahn-Fahrscheine verkaufen werde, mit den Worten: "Dauerhaft passt nicht zu Tchibo."

Zum Verkauf stehen bundesweit 500.000 Fahrschein-Zweier-Packs zum Preis von 58 Euro, mit denen man vom 2. Januar bis zum 4. April 2007 in der 2. Klasse täglich außer freitags beliebig weit fahren kann. Zusätzlich kann ein Upgrade in die 1. Klasse für 20 Euro pro Fahrt erworben werden. Die ersten zehn Kunden in Berlin bekamen ein Upgrade kostenlos dazu. Der Kauf lohnt sich für Personen, die flexibel bleiben wollen und deshalb die Sparpreise nicht nutzen können. Für BahnCard-Inhaber, die sich im Voraus festlegen können, rechnen sich die Tchibo-Tickets ab etwa 300 Kilometer Entfernung.

Erste Tickets schon bei Ebay

Im Frankfurter Bahnhofsviertel öffnete die Tchibo-Filiale bereits eine gute halbe Stunde vor dem eigentlichen Geschäftsbeginn. Allerdings war der Andrang dort zunächst überschaubar. Anders war es in der Innenstadt der Bankenmetropole: Dort bildeten sich längere Schlangen. Auch im Internetauktionshaus Ebay tauchten am Morgen bereits die ersten Angebote auf. Das Spitzenangebot für ein Gutscheinheft mit zwei Blanko-Fahrkarten lag gegen 10.00 Uhr schon bei über 100 Euro und hatte insgesamt 20 Gebote, obwohl die Tickets zum Originalpreis auf der Tchibo-Website gebucht werden können.

AP / AP