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Klebstoffe und Waschmittel legen zu: Henkel-Gewinne schrauben Jahresprognose in die Höhe

Gegen die Erwartungen des Marktes hat der Waschmittel- und Klebstoffhersteller Henkel im ersten Quartal 2010 Umsatz und Gewinn deutlich gesteigert. Im vorherigen Krisenjahr hatte das Unternehmen ein hartes Sparprogramm gefahren und 3000 Stellen eingespart.

Die anspringende Konjunktur beflügelt nun auch die Konsumgüterindustrie. Der Waschmittel- und Klebstoffhersteller Henkel hob seine Jahresprognose nach einem Gewinnsprung im ersten Quartal deutlich an. Dazu trug insbesondere auch das Sparprogramm des Unternehmens bei, durch das rund 3000 Stellen weggefallen waren. Auch Wettbewerber aus der Konsumgüterbranche waren mit Umsatzzuwächsen ins Jahr gestartet.

Bei einem Umsatz von 3,512 (Vorjahreszeitraum: 3,258) Milliarden Euro seien der operative Ertrag (Ebit) auf 422 (218) Millionen Euro und der Gewinn nach Anteilen Dritter in den ersten drei Monaten auf 259 (117) Millionen Euro geklettert, teilte Henkel am Mittwoch in Düsseldorf mit. Zulegen konnte der Hersteller vor Pritt und Persil vor allem wegen besserer Ergebnisse im Waschmittelgeschäft und in seiner konjunkturabhängigen Industrie- und Klebstoffsparte, die im vergangenen Jahr von der Krise schwer gebeutelt worden war.

"Der Bereich Adhesive Technologies hat zu alter Wachstumsstärke zurückgefunden", bilanzierte Henkel-Chef Kasper Rorsted. Henkel hatte den Bereich mit milliardenschweren Zukäufen zum weltweit größten Klebstoffproduzenten ausgebaut. Die Sparte, die knapp die Hälfte der Umsatze einfährt, hatte noch 2009 wegen der Krise wichtiger Abnehmer-Branchen herbe Rückgänge verbucht. Nun kletterte der Umsatz um 14,5 Prozent auf rund 1,7 Milliarden Euro, das Ebit wurde mit 185 (47) mehr als verdreifacht. Vor allem das Geschäft mit Kunden aus der Auto-Industrie habe deutlich zugelegt, teilte Henkel mit. Im weniger konjunkturabhängigen Geschäft mit Waschmitteln konnte der Konzern zudem deutlich profitabler arbeiten.

Henkel übertraf damit die Erwartungen des Marktes deutlich. Von Reuters befragte Analysten hatten mit einem Umsatz von 3,431 Milliarden Euro, einem Ebit von 370 Millionen Euro und einem Überschuss von 229 Millionen Euro gerechnet.

Rorsted rechnet nun damit, 2010 das bereinigte Ebit und das Ergebnis je Vorzugsaktie um mehr als 15 Prozent gegenüber 2009 steigern zu können - zuvor war er von mindestens zehn Prozent ausgegangen. Bis 2012 solle die bereinigte Umsatzrendite zudem auf 14 Prozent steigen. Im Quartal lag sie bei zwölf Prozent.

Steigende Quartalsumsätze hatten auch die Wettbewerber Procter & Gamble (P&G) sowie Colgate-Palmolive bekanntgegeben. Branchenprimus P&G hatte die Erlöse um sieben Prozent gesteigert, bei Colgate-Palmolive legten sie um knapp zehn Prozent zu. In der Vergangenheit litten Markenhersteller unter der Sparsamkeit der Verbraucher in der Krise, die verstärkt zu billigeren Produkten gegriffen hatten.

APN / APN