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Übernahme: Nach Henkel-Einstieg wieder Spekulationen um Wella

Die Spekulationen um eine Übernahme des Haarpflege- und Kosmetikkonzerns Wella haben neue Nahrung erhalten nachdem Henkel einen Anteil von sieben Prozent an Wella erwarb.

Der Konsumgüterkonzern Henkel erwarb inzwischen eine Beteiligung von fast sieben Prozent an Wella, wie Henkel am Montagabend mitteilte. Unklar blieb aber, ob das Düsseldorfer Unternehmen seinen Anteil weiter aufstocken will. Im vergangenen Jahr scheiterte ein Übernahmeangebot. Als mögliche weitere Interessenten für die Wella AG, die 2002 einen Umsatz von 3,4 Milliarden Euro erzielte, gelten seit Monaten auch Procter & Gamble (P&G), Unilever und L’Oreal.

Angebot von P&G erwartet

Nach Informationen des "Handelsblatt" (Dienstagausgabe) wird im Umfeld des Darmstädter Haarpflegespezialisten in Kürze von einem Angebot des weltgrößten Konsumgüterherstellers Procter & Gamble ausgegangen. "Ein Angebot ist nur noch eine Frage von Tagen", sagte ein mit den Verhandlungen vertrauter Manager der Zeitung. Ein Kaufpreis zwischen fünf Milliarden und sechs Milliarden Euro gelte als wahrscheinlich. Weder Wella noch P&G hatten hierzu Stellung nehmen wollen, es sickerte allerdings aus Industriekreisen duch, dass P&G noch keine umfassende Buchprüfung (Due Diligence) vornehmen konnte und somit ein komplettes Übernahmeangebot wohl nicht unmittelbar bevorstehe.

Henkel erwirbt 6,89 Prozent

Über eine Tochtergesellschaft habe Henkel 2.206.414 Stammaktien sowie 2.428.100 Vorzugsaktien der Wella AG erworben, hatte Henkel am Montagabend nach Börsenschluss mitgeteilt. Henkel sei damit mittelbar an Wella mit 4,99 Prozent der Stammaktien und 10,38 Prozent der Vorzugsaktien beteiligt. Dies entspreche einer Gesamtbeteiligung am Grundkapital der Wella AG von 6,86 Prozent. Die Beteiligung stelle vor dem Hintergrund des derzeitigen Börsenumfelds eine interessante Anlage dar. Auf die Frage, ob Henkel seinen Anteil weiter aufstocken wolle, sagte ein Sprecher, weitere Spekulationen kommentiere er nicht. Auch sagte er nicht, ob Henkel die Anteile über den Markt oder direkt von Wella-Großaktionären gekauft habe. Henkel-Chef Ulrich Lehner hatte in der Vergangenheit immer wieder jeden Kommentar zu Wella abgelehnt, gleichzeitig unterstrichen, dass Henkel auch im Konsumentenbereich wachsen wolle. 2002 erzielte der Konzern einen Umsatz von 9,66 Milliarden Euro.

Großaktionäre zu Verkauf des Wella-Anteils bereit

In den vergangenen Wochen hatte es aus Branchenkreisen geheißen, die Wella-Großaktionäre sträubten sich nicht mehr unbedingt länger gegen einen Verkauf. Die Wella-Aktien liegen zu rund 78 Prozent in den Händen der Nachfahren des Firmengründers Franz Ströher. Bereits im vergangenen Jahr hatte Henkel angeblich ein Übernahmeangebot für Wella abgegeben, das damals allerdings von Wella wohl als zu niedrig erachtet worden war. Henkel hatte nach nicht bestätigten Angaben aus Branchenkreisen zuletzt zwischen 70 und 80 Euro je Wella-Aktie geboten.