HOME

Billigflieger: Billig-Flieger werden auch für Konzerne attraktiv

Nicht nur sparsame Touristen, auch immer mehr Unternehmen sparen mit den Billigfliegern bei den Reisekosten: die Konzerne Ford und Henkel gehören zu den Vorreitern.

Die Billigflieger sind in Deutschland weiter im Aufwind. Nicht nur Urlauber nutzen immer häufiger die günstigen Preise der Sparflieger, auch Großkonzerne lassen ihre Manager immer öfter mit den Billiglinien wie Germanwings oder der Deutschen BA fliegen. Vorreiter sind unter anderem der Autobauer Ford und der Düsseldorfer Markenartikler Henkel, wie das "Handelsblatt" berichtet.

Günstig: Firmensitz in Köln

So nutzt Ford mit seiner Europazentrale in Köln die zahlreichen Billigangebote auf dem nahe gelegenen Flughafen Köln/Bonn. Ein Vertrag mit Germanwings stehe kurz vor der Unterzeichnung. Geplant seien auch Vereinbarungen mit anderen Low-Cost-Carriern, sagte Sprecher Bernd Meier.

Enorme Einsparungen

Immerhin rund 7.000 der 21.500 Ford-Mitarbeiter in Köln sind mehr oder minder regelmäßig im Auftrag des Konzerns mit dem Flugzeug unterwegs. Mit dem Umbuchen auf die Billigflieger will das Unternehmen "mehrere Millionen Euro pro Jahr" sparen. Die Flugziele reichen von Stansted bei London bis Mailand oder Nizza. Auch der Düsseldorfer Markenartikelkonzern Henkel nutzt längst die günstigeren Angebote. Und der Leverkusener Chemiekonzern Bayer führt gerade Gespräche mit Billig-Airlines, um die Angebote der Sparflieger mit seine Bedürfnissen in Einklang zu bringen.

Umbuchbare Firmentickets

Um dies zu ermöglichen, kommt etwa Germanwings den Unternehmen entgegen. So sind die Firmentickets zwar nicht ganz so billig wie die Werbeangebote in den Zeitungen. Doch können die Firmentickets umgebucht wären. "Sonst wäre das keine Lösung für uns", heißt es etwa bei Ford.

Nur so Kostensenkung möglich

Der Grund für die Umsteigebereitschaft der Konzerne: die Unternehmen müssen sparen. So will etwa die Deutsche Telekom in diesem Jahr im Rahmen ihres Kostensenkungsprogramms die Ausgaben für Geschäftsreisen um 20 Prozent senken. Der Telekommunikationsriese steht mit mehreren Billigfluglinien in Verhandlung. Doch auch jetzt wird schon in manchen Fällen mit Low Cost-Linien geflogen. "Das Reisemanagement sucht die günstigste Flugverbindung heraus. Nach Berlin etwa fliegen wir sehr viel mit der Deutschen BA", heißt es in Bonn.

Lufthansa gibt sich gelassen

Die Lufthansa gibt sich dennoch gelassen. "Es ist klar, dass der eine oder andere umsteigt. Doch wir können nicht erkennen, dass sie uns sehr viele Passagiere wegnehmen", sagte Unternehmenssprecherin Katrin Haase. Denn gerade Geschäftsreisende benötigten ein dichtes und häufig beflogenes Liniennetz. Mehr als die Billigflieger spüre die Lufthansa im Geschäftskundensegment die Konjunkturschwäche. "Wir merken, dass die Firmen die Reisekostenvorschriften geändert haben, dass Economy-Class statt Business geflogen wird", sagte Haase.

Auf Kurzstrecken flexibel

Dennoch, die Billig-Airlines sind unübersehbar auf einem Höhenflug. Nach einer Studie der Unternehmensberatung Mercer Consulting wird sich ihr Marktanteil in Europa von heute fünf Prozent auf 25 Prozent im Jahr 2010 steigern. "Flexible Freizeit- und Privatreisende sowie preissensitive Geschäftsreisende werden auf Kurzstrecken Billigfluglinien vorziehen", prophezeit die internationale Unternehmensberatung in einer Studie zu den "Auswirkungen der Low Cost Airlines".