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Konjunktur: Deutschland startet durch

Der Aufschwung der deutschen Wirtschaft dürfte kein Strohfeuer sein: Die Konjunktur-Erholung soll auch im Jahr 2008 anhalten. Experten erwarten, dass auch die Arbeitslosenzahlen weiter zurückgehen.

Die Aussichten für die deutsche Konjunktur sind offensichtlich blendend. Das Institut für Weltwirtschaft (IfW) in Kiel hat seine Prognose für 2007 von 1,0 auf 2,1 Prozent Wirtschaftswachstum mehr als verdoppelt. Und das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) berichtet, die bisherige Konjunkturerholung sei kein Strohfeuer, sondern von längerer Dauer.

Die beste Nachricht: Die Zahl der Arbeitslosen soll 2007 weiter kräftig sinken. Die Wirtschaftsforscher vom IfW schreiben in ihrer Prognose sogar: "Über das Jahr 2007 hinaus bestehen nun auf Grund der Restrukturierungen in den Unternehmen und der ausgeprägten Lohnzurückhaltung der Beschäftigten gute Chancen auf einen lang andauernden Aufschwung und einen nachhaltigen Abbau der Arbeitslosigkeit." Sie rechnen mit einem Rückgang der Arbeitslosigkeit im Jahresschnitt von jetzt 8,2 Prozent auf 7,8 Prozent 2007 und 7,2 Prozent 2008. Die Arbeitslosenzahl werde sich gegenüber 2006 um rund 350.000 auf 4,14 Millionen verringern.

Leichte Belebung des privaten Konsums erwartet

Das IfW geht zwar wegen der höheren Mehrwertsteuer ab 1. Januar zunächst von einer niedrigeren Inlandsnachfrage im ersten Quartal aus. Aber die Unternehmen würden ihre Investitionen nochmals deutlich ausweiten, um noch günstige Abschreibungsbedingungen auszunutzen, die im Jahr 2008 entfallen. Der private Konsum werde sich nach einer Delle leicht beleben, da sich die Arbeitsmarktlage weiter verbessern werde. Auch die ZEW-Konjunkturerwartungen erholten sich im Dezember spürbar. Der Indikator sei deutlich um 9,5 Punkte gestiegen und stehe nun bei minus 19,0 Punkten nach minus 28,5 Punkten im November, hieß es dazu.

Die Aufwärtsbewegung dürfte darauf zurückzuführen sein, dass der Wirtschaftsaufschwung an Breite gewinne und ein stabiles Fundament für 2007 bilde. ZEW-Präsident Wolfgang Franz sagte: "Die Erwartungen haben wohl die Talsohle durchschritten und befinden sich dank robuster Konjunkturperspektiven im Aufwind." Er mahnte zur Fortsetzung des Reformkurses. Allerdings liege der Index weiterhin unter seinem historischen Mittelwert von 33,7 Punkten. Gegenwärtig sei die Exportentwicklung auf Grund der deutschen Wettbewerbsfähigkeit dynamisch, berichtete das ZEW. Die Auftragslage bleibe stabil und die Unternehmen investierten vermehrt in die Erweiterung ihrer Produktionskapazitäten. Die zunehmende Entspannung am Arbeitsmarkt stärke außerdem das Vertrauen der Verbraucher.

Pkw-Produktion im Aufwind

Trotz hoher Lohnkosten wird die Pkw-Produktion in Deutschland nach einer Expertenstudie mittelfristig weiter zulegen. Die Essener Marktforscher von Polk Marketing System erwarten, dass die Autoherstellung in Deutschland von 5,4 Millionen im Jahr 2005 bis 2010 auf über 5,7 Millionen Einheiten ansteigen wird. Die Experten aus Essen begründen ihre Prognose mit den Zugeständnissen der Auto-Fabrikarbeiter bei Arbeitszeiten und Gehalt.

Die Arbeitslosenquote in Frankreich könnte unterdessen im kommenden Jahr ihren niedrigsten Stand seit mehr als 20 Jahren erreichen. Das nationale Statistikamt Insee berechnet in seiner vorgestellten Prognose eine Quote von 8,2 Prozent für kommenden Juni. So niedrig war sie zuletzt 1983.

AP / AP
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