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Konjunkturprognose des Ifo-Instituts Deutsche Wirtschaft soll erst 2013 an Fahrt gewinnen


Die Schuldenkrise beeinträchtigt die Konjunktur: Das Ifo-Institut rechnet nur mit einem geringen Wachstum. Erst am Jahresende wird die Wirtschaft wohl wieder anziehen.

Das Münchner Ifo-Institut traut der deutschen Wirtschaft in diesem Jahr nur ein schwaches Wachstum zu. Das Bruttoinlandsprodukt werde um 0,7 Prozent zulegen, nach 3,0 Prozent im vergangenen Jahr, hieß es in der am Donnerstag veröffentlichten Prognose. Im April hatten die Forschungsinstitute in ihrer Gemeinschaftsprognose für die Bundesregierung noch mit 0,9 Prozent Wachstum in diesem Jahr gerechnet. 2013 soll das Wachstum mit 1,3 Prozent fast doppelt so stark sein. Die Zahl der Arbeitslosen falle dann auf gut 2,8 Millionen; 2010 waren es noch fast drei Millionen.

"Die Prognoseunsicherheit ist derzeit extrem hoch", räumen die Forscher allerdings mit Blick auf die Schuldenkrise ein. "Die Konjunktur hängt insbesondere erheblich stärker als üblich von politischen Entscheidungen ab, die nur schwer vorhersagbar sind."

Das Ifo-Institut erwartet bis zum Sommer eine schwache Entwicklung. "Die anhaltende Unsicherheit über den Fortgang der Schuldenkrise, das Auf und Ab an den Finanzmärkten sowie die Sorgen vor einer Konjunkturabschwächung bei wichtigen Handelspartnern dämpfen die realwirtschaftliche Entwicklung."

Erst am Jahresende dürfte die Wirtschaft wieder an Fahrt gewinnen. "Denn nach wie vor sind die Rahmenbedingungen für die deutsche Wirtschaft günstig: So wirkt die Geldpolitik der EZB im Inland weiter anregend." Die Präferenz internationaler Investoren für Kapitalanlagen in Deutschland dürfte zudem das Zinsniveau für private und öffentliche Kreditnehmer niedrig halten. Die Abwertung des Euro gebe zudem Rückenwind für die Exporte außerhalb des Währungsunion.

mlr/Reuters/DPA DPA Reuters

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