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Schuldenkrise im Euroraum Diese Grafik zeigt, wie hoch die EU-Länder verschuldet sind


Dieser Tage wird wieder heiß über neue Hilfspakete für Euro-Sorgenkind Griechenland verhandelt. Doch auch andere Länder stehen recht tief in der Kreide. Die stern-Grafik zeigt, wie tief.

Euro-Sorgenkind Griechenland hat noch immer den höchsten Schuldenstand im Euroraum und in der EU, wie aktuelle Eurostat-Daten zeigen: Rund 177 Prozent des Bruttoinlandsproduktes (BIP) betrugen die Außenstände des Landes 2015, im Vergleich zu 2014 hat sich der Wert allerdings ein paar Prozentpunkte verbessert. Das Staatsdefizit liegt allerdings noch immer bei 7,2 Prozent. 

In Portugal ist der Schuldenstand ebenfalls hoch, das Staatsdefizit ging 2015 allerdings im Vergleich zum Vorjahr von 7,2 Prozent auf - immer noch recht hohe - 4,4 Prozent  zurück. In Spanien, wegen seines recht hohen Staatsdefizites von zuletzt 5,1 Prozent ebenfalls als Problemfall gilt, entspricht der Schuldenstand in etwa dem BIP.

Deutschland 2015 mit leichtem Überschuss

Deutlich höher sind die Schuldenquoten in Italien, Belgien und Zypern. Dort sind allerdings 2015 die Defizite der Staaten deutlich geringer ausgefallen. Irland konnte seinen Schuldenstand 2015 wieder unter das Bruttoinlandsprodukt senken.

Deutschlands Schulden betrugen zuletzt 71,2 Prozent des BIP. Allerdings stand dem 2015 ein Überschuss von 0,7 Prozent gegenüber.

Griechenland unter Druck

Im Ringen um weitere Milliardenhilfen setzten die Euro-Partner Griechenland zusätzlich zuletzt unter Druck. Sie fordern ein neues "Sparpaket auf Vorrat" in der Höhe von rund 3,5 Milliarden Euro. Eurogruppenchef Jeroen Dijsselbloem sagte nach Beratungen in Amsterdam, diese Extraleistung sei nötig, um weitere Milliardenhilfen vom Eurorettungsschirm ESM zu erhalten.

Falls es zum schon länger verhandelten Reform- und Sparpaket von gut fünf Milliarden Euro und zu dem neuen Maßnahmen-Bündel bis nächsten Mittwoch ausreichende Fortschritte gibt, soll am Donnerstag, 28. April, ein Extra-Treffen der Euro-Finanzminister einberufen werden.

Der griechische Finanzminister Euklid Tsakalotos wandte ein, es sei in seinem Land nicht möglich, Gesetze für den Notfall zu machen. Eine Lösung - gleich welcher Art - müsse glaubwürdig sein. Insgesamt zeigte sich der Minister jedoch bereit, auf Forderungen der Geldgeber einzugehen.  

mit dpa

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