HOME

Konzernumbau bei VW: Sanierer Bernhard vor Abschied?

VW-Markenchef Wolfgang Bernhard will nach einem Medienbericht seinen Rücktritt erklären. Damit reagiere Bernhard auf die jüngste Weichenstellung im Konzern.

Gerüchte über ein angebliches Ausscheiden von Bernhard aus dem VW-Konzern kursieren bereits seit einer Woche. Ein Konzernsprecher wollte den Bericht am Abend nicht kommentieren. Am Donnerstag bereite das Aufsichtsratspräsidium von Volkswagen die Sitzung des VW-Kontrollgremiums am Freitag vor, berichtet die "FAZ". Audi-Chef Martin Winterkorn, der designierte Vorstandsvorsitzende von VW als Nachfolger von Bernd Pischetsrieder, wolle Volkswagen künftig zentraler führen und den Vorstand umbauen. Der Umbau führe zu einer Schwächung der Position Bernhards.

Beobachter hatten einen Abgang von Bernhard, der als maßgebliche Kraft mitten in der VW-Sanierung steckt und der erst im Februar 2005 als Sanierer in den VW-Vorstand geholt wurde, eher für unwahrscheinlich gehalten. "Das würde VW bei der Sanierung drei Jahre zurückwerfen", sagte der Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer der dpa am Abend. "Bernhard war auf dem besten Wege, die großen Brocken bei VW Stück für Stück zu lösen." Winterkorn hingegen habe mit Sanierungen bisher keine Erfahrung. "Ich bin felsenfest davon überzeugt, dass das für VW nur Nachteile hätte", sagte Dudenhöffer.

VW hatte in der vorigen Woche überraschend angekündigt, Pischetsrieder werde zum Jahresende als VW-Chef ausscheiden. Sein Nachfolger Winterkorn gilt als enger Vertrauter von Aufsichtsratschef Piëch. Eine offizielle Begründung für den Führungswechsel gibt es bisher nicht. Bernhard galt anfangs als möglicher Kronprinz für die Konzernspitze.

DPA / DPA