Krankenkasse Beitragssenkung nicht garantiert


Nicht alle Krankenkassen können die von den Spitzenverbänden zugesagten Beitragssenkungen garantieren. Einige Betriebskrankenkassen sollen ihre Beiträge angeblich sogar erhöhen.

Nicht alle Krankenkassen können die von den Spitzenverbänden zugesagten Beitragssenkungen garantieren. Der Chef des Bundesverbands der Betriebskrankenkassen, Wolfgang Schmeink, sagte am Donnerstag im Radiosender NDR-Info: "Wahrscheinlich werden etwa die Hälfte der 250 Versicherer ihre Sätze um 0,5 bis 0,7 Prozentpunkte reduzieren."

Andere würden die Beiträge nicht senken, weil sie in Erwartung der Gesundheitsreform auf Anhebungen verzichtete hätten. Schmeink schloss nicht aus, dass einzelne Betriebskrankenkassen mit dem Gedanken spielen könnten, die Sätze nun anzuheben, um anschließend Spielraum für Senkungen zu haben.

BKK hebt Beiträge an

Die "Bild"-Zeitung berichtete, dass bereits zum (morgigen) 1. August 20 BKK-Kassen ihre Sätze anheben wollen. Dem Bericht zufolge zählen dazu unter anderem die BKK Essanelle, die BKK KarstadtQuelle, die ihre Sätze von 11,0 auf 12,8 beziehungsweisevon 14,2 auf 14,9 erhöhen. Auch die BKK KruppThyssen hebt ihren Beitragssatz demnach von 14,2 auf 14,9 an. Mitglieder der Siemens BKK müssen ab 1. August statt 13,9 nun 14,7 Proznet zahlen.

Der Sprecher des BKK-Bundesverbands, Florian Lanz, sagte der "Berliner Zeitung", jede Kasse, die dazu in der Lage sei, werde ihre Beiträge senken.

Erwartete Einnahmen könnten ausbleiben

"Wo finanzielle Spielräume sind, werden die Krankenkassen diese an die Versicherten weitergeben", sagte auch der Vize-Chef des Innungskassen-Verbandes, Gernot Kiefer. Ziel müsse es sein, die Finanzen wieder auf eine solide Grundlage zu stellen. Dabei sei man durch die Reform ein "gutes Stück voran gekommen". Die geplante Entlastung der Krankenkassen von zehn Milliarden Euro hält Kiefer allerdings für "sehr ehrgeizig". So könnte es sein, dass sich bei Einführung einer Praxisgebühr das Verhalten der Patienten ändere und erwartete Einnahmen ausblieben.


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