Krankenkassen Zeichen stehen auf Beitragssenkung


Mehrere gesetzliche Krankenkassen wollen ihre Mitglieder massiv entlasten. Offenbar planen sie, ihre Beiträge um mehr als die gesetzlich vorgeschriebenen 0,9 Punkte zu senken.

Wie die "Bild"-Zeitung unter Berufung auf den Bundesverband der Innungskrankenkassen berichtet, haben die IKKs Rheinland-Pfalz und Thüringen eine Reduzierung um 1,2 Punkte auf 13,3 und 12,3 Prozent beschlossen. Die Betriebskrankenkasse Mobil Oil senkt ihren Beitrag demnach um einen Punkt auf 12,6 Prozent. Zudem stellte ein Sprecher der Deutschen Angestellten-Krankenkasse (DAK) in der Zeitung eine Beitragssenkung um bis zu 1,2 Prozentpunkte in Aussicht. Die Kassen sind durch die Gesundheitsreform verpflichtet, die Beiträge zum 1. Juli als Ausgleich für die Ausgliederung von Zahnersatz und Krankengeld um 0,9 Prozentpunkte zu senken.

DAK nennt im Mai konkrete Zahl

Bislang hatte nur die DAk zugesichert, ihren Beitragssatz zum 1. Juli um mehr als die gesetzlich vorgegebenen 0,9 Prozentpunkte senken zu wollen. Allgemein hieß es bei den Kassen, Entscheidungen sollten frühestens im April fallen, meist aber erst im Mai. Nun teilte die DAK mit, darüber im Mai zu befinden. Die 4,8 Millionen DAK-Mitglieder zahlen derzeit einen Satz von 14,7 Prozent. Der bundesweit durchschnittliche Beitragssatz liegt derzeit bei 14,2 Prozent. 20 BKK hatten das gute Jahresergebnis zum Anlass genommen, bereits zum 1. Januar 2005 ihre Beiträge zu senken.

Damit kommen die ersten Kassen dem langen Drängen von Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt nach, die seit Herbst 2004 vergebens eine Senkung der Kassenbeiträge forderte. Es sei an der Zeit, dass das, was die Versicherten (in Form von Zuzahlungen und Eigenleistungen) geleistet hätten, auch zurückkomme, sagte Schmidt. Als Gründe für die erheblich verbesserte Finanzsituation der Krankenkassen gelten die Einführung der Praxisgebühr, der Rückgang der Arztbesuche und niedrigere Arzneimittelausgaben. Zudem wurden im Zuge der Gesundheitsreform für versicherungsfremde Leistungen wie das Mutterschaftsgeld Bundesmittel aus der Tabaksteuererhöhung bereitgestellt.

spi mit DPA/AP AP

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