Krisenbank Regierung plant IKB-Sonderprüfung


Die Bundesministerien für Finanzen und Wirtschaft dringen auf eine Sonderprüfung bei der krisengeschüttelten Mittelstandsbank IKB. Bis dahin sollen Vorstand und Aufsichtsrat nicht entlastet werden.
Von Jens Tartler

Der Sprecher von Finanzminister Peer Steinbrück (SPD) sagte der "Financial Times Deutschland": "Wir haben uns darauf geeinigt, die KfW Bankengruppe zu bitten, in der Hauptversammlung der IKB eine aktienrechtliche Sonderprüfung einzuleiten. Dadurch wird die Entlastung von Aufsichtsrat und Vorstand vertagt, bis die Ergebnisse der Sonderprüfung vorliegen."

Die KfW Bankengruppe ist mit rund 38 Prozent an der IKB beteiligt. Der Sprecher fügte hinzu: "Durch die Prüfung wollen wir volle Transparenz über das aus unserer Sicht einwandfreie Verhalten des Aufsichtsrates herstellen. Die Verantwortung für die Probleme liegt allein beim Vorstand, der schlecht informiert hat."

Die IKB braucht Kapitalspritzen vom Bund in Milliardenhöhe, nachdem der Vorstand lange behauptet hatte, die Risiken aus der US-Hypothekenkrise bewegten sich im einstelligen Millionenbereich. Im Aufsichtsrat der IKB sitzt unter anderem Jörg Asmussen, der im Finanzministerium für die Finanzmarktpolitik zuständig ist.

Die Sonderprüfung wird nach Paragraf 315 des Aktiengesetzes von einer Gerichtskammer für Handelssachen eingeleitet. Beauftragt wird im Normalfall eine Wirtschaftsprüfungsgesellschaft.

FTD

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